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Einkaufstraßen Wien: 9 Straßen zum Shoppen vom Graben bis Ottakring

Einkaufstraßen Wien im Überblick: neun Straßen vom Kohlmarkt bis zur Thaliastraße, mit Geschichte, Öffis und dem aktuellen Stand der Umbauten.

Nicole

Aktualisiert am 23. Okt. 2026  · 8 Min. Lesezeit
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Einkaufstraßen Wien: der Graben mit der Pestsäule Richtung Stock-im-Eisen-Platz

Foto: Falk2, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Wer nach Einkaufstraßen Wien sucht, landet meist zuerst auf der Mariahilfer Straße. Dabei liegen zwischen dem Kohlmarkt mit seinen Juwelieren und der Thaliastraße in Ottakring Welten. In der Innenstadt reihen sich Flagshipstores, Hoflieferanten und alte Kaufhausadressen aneinander. In den Bezirken sind die Hauptstraßen das Zentrum ihres Grätzls, mit Optikern, Bäckereien, Modeketten und kleinen Läden.

Für diesen Überblick über die Einkaufstraßen Wiens haben wir neun Straßen ausgesucht: drei in der Innenstadt, sechs in den Bezirken. Zu jeder gibt es Hintergründe, die nächste Öffi-Station und den aktuellen Stand der Umbauten. Auf der Landstraßer Hauptstraße und der Favoritenstraße wird im Herbst 2026 nämlich gebaut.

Unser Tipp

Graben und Kohlmarkt liegen direkt nebeneinander, die Kärntner Straße schließt am Stock-im-Eisen-Platz an. Zu Fuß lassen sich alle drei bequem auf einem Rundgang verbinden.

StraßeBezirkCharakterÖffis
Mariahilfer Straße6. und 7.Kaufhäuser, Ketten, Fußgänger- und BegegnungszoneU3 Neubaugasse, U2 Museumsquartier
Kärntner Straße1.Fußgängerzone zwischen Oper und StephansdomU1/U3 Stephansplatz, U1/U2/U4 Karlsplatz
Graben1.Prachtstraße mit Pestsäule und DelikatessenU1/U3 Stephansplatz
Kohlmarkt1.Luxusmarken, Juweliere, DemelU3 Herrengasse
Neubaugasse7.Begegnungszone mit kleinen LädenU3 Neubaugasse, Bus 13A
Landstraßer Hauptstraße3.Bezirksmeile von Wien Mitte bis St. MarxU3 Rochusgasse, U3/U4 Landstraße
Favoritenstraße10.lange Fußgängerzone über der U1U1 Keplerplatz, U1 Reumannplatz
Meidlinger Hauptstraße12.Fußgängerzone mit rund 150 GeschäftenU4 Meidling Hauptstraße, U6 Bahnhof Meidling
Thaliastraße16.Klimaboulevard mit vielen ModegeschäftenU6 Thaliastraße, Straßenbahn 46
Die neun Straßen auf einen Blick

1. Mariahilfer Straße

Mariahilfer Straße, 1070 Wien

Einkaufstraßen Wien: Blick in die Mariahilfer Straße
Die Mariahilfer Straße · Foto: Bahnfrend, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Die innere Mariahilfer Straße zieht sich rund 1,8 Kilometer vom Museumsquartier bis zum Westbahnhof und trennt seit 1850 die Bezirke Mariahilf und Neubau. Ihren Namen trägt sie seit 1897, davor hieß sie unter anderem Kremser Straße und Bayrische Landstraße. Rund 350 Geschäfte zählt die Wirtschaft entlang dieser Strecke.

Beim Umbau 2014 und 2015 entstand in der Mitte eine 432 Meter lange Fußgängerzone, links und rechts davon liegen Begegnungszonen. Kaufhausgeschichte hat die Straße reichlich: Das Gerngross auf Nummer 42 bis 48 gibt es bis heute, vom Herzmansky ist nur die Fassade in der Stiftgasse geblieben.

Am unteren Ende entsteht nach dem Abriss der früheren Signa-Baustelle ein Neubau mit Geschäften im Erdgeschoß und rund 200 Wohnungen darüber. Fertig sein soll er laut Plan Anfang 2028.

Längerund 1,8 km (innerer Teil)

ÖffisU3 Neubaugasse, Zieglergasse, Westbahnhof, U2 Museumsquartier

2. Kärntner Straße

Kärntner Straße, 1010 Wien

Die Kärntner Straße in der Wiener Innenstadt bei Tag
Die Kärntner Straße · Foto: Leonhard Lenz, CC0, Wikimedia Commons

Schon 1257 taucht die Straße als „strata Carinthianorum“ in den Urkunden auf. Sie war der Beginn der Fernstraße nach Kärnten und weiter bis Venedig. Heute führt sie vom Stock-im-Eisen-Platz über den Ring zum Karlsplatz. Zur Fußgängerzone wurde sie 1974, als die U1 gebaut wurde, damals pflanzte man auch die Linden.

In den 1890er-Jahren wurde die Westseite von neun auf 17 Meter verbreitert, viele der heutigen Häuser stammen aus dieser Zeit. Das Kaufhaus Steffl auf Nummer 19 steht dort, wo früher das von Otto Wagner geplante Warenhaus Neumann war.

Ein paar Häuser weiter, auf Nummer 26, verkauft J. & L. Lobmeyr seit Generationen Glas und Luster, das Unternehmen wurde 1823 gegründet. Im selben Haus liegt das kleine Glasmuseum. Dazwischen stehen internationale Modeketten, Souvenirläden und mit der Malteserkirche auf Nummer 37 eine Kirche mitten im Einkaufstrubel.

Fußgängerzoneseit 1974

ÖffisU1/U3 Stephansplatz, U1/U2/U4 Karlsplatz

3. Graben

Graben, 1010 Wien

Der Graben mit Leopoldsbrunnen und Pestsäule
Am Graben · Foto: Falk2, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Der Graben liegt genau dort, wo einst der Graben vor dem römischen Lager Vindobona verlief. Um 1200 wurde er zugeschüttet und bebaut. In der Mitte steht die Dreifaltigkeitssäule, besser bekannt als Pestsäule, die Kaiser Leopold I. nach der Pest von 1679 stiften ließ.

Am 27. November 1971 wurde der Graben als erste Fußgängerzone Wiens eröffnet, zunächst nur als Versuch für den Weihnachtseinkauf. Der Versuch blieb, die Zone wurde später deutlich erweitert.

Auf Nummer 19 ist das Feinkostgeschäft Julius Meinl am Graben, auf Nummer 10 das Ankerhaus, das Otto Wagner 1894 entworfen hat. Im Generalihof auf Nummer 13 sitzen alteingesessene Firmen wie der Herrenschneider Knize. Zwischen Barockpalais und Gründerzeit haben heute vor allem internationale Marken ihre Geschäfte.

Fußgängerzoneseit 1971, die erste in Wien

ÖffisU1/U3 Stephansplatz

4. Kohlmarkt

Kohlmarkt, 1010 Wien

Der Kohlmarkt vom Graben aus gesehen
Blick in den Kohlmarkt · Foto: FujiUser, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Der Name geht auf den Holzkohlehandel zurück, der hier im 14. Jahrhundert belegt ist. Schon 1356 sprach man vom „alten Kohlmarkt“, der Handel war da also längst weitergezogen. Später wurde die kurze Straße zwischen Graben und Michaelerplatz zu einer der vornehmsten Adressen der Stadt, über die Prozessionen und Festzüge zogen.

Heute haben am Kohlmarkt internationale Luxusmarken und Juweliere ihre Geschäfte. Seit 1989 gehört die Straße zur Fußgängerzone rund um den Graben.

Auf Nummer 14 liegt die Hofzuckerbäckerei Demel. Das Artariahaus auf Nummer 9 hat Max Fabiani 1901 und 1902 für den Musikverlag Artaria gebaut. Am Ende der Straße steht am Michaelerplatz das Looshaus von Adolf Loos, das bei seiner Fertigstellung wegen seiner schmucklosen Fassade heftig umstritten war.

Fußgängerzoneseit 1989

ÖffisU3 Herrengasse

5. Neubaugasse

Neubaugasse, 1070 Wien

Gründerzeithäuser Neubaugasse 58 und 60
Häuser in der Neubaugasse · Foto: Wolfgang Glock, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Die Neubaugasse zweigt von der Mariahilfer Straße nach Norden ab und ist das Gegenstück zur großen Nachbarin: weniger Ketten, mehr kleine Geschäfte, Cafés und Läden mit eigenem Sortiment. Ihren Namen hat sie seit 1862 von der früheren Vorstadt Neubau.

Von Jänner bis September 2020 wurde sie auf rund 800 Metern zwischen Mariahilfer Straße und Burggasse zur Begegnungszone umgebaut. Gehsteige und Parkplätze sind verschwunden, gepflastert ist mit hellem Granit auf einem Niveau. Autos dürfen höchstens 20 km/h fahren, der Bus 13A fährt weiterhin durch.

Zweimal im Jahr wird die Gasse zum Flohmarkt. Die Kaufleute organisieren ihn seit 1983, er gilt als einer der größten in Österreich. Für den Termin im September 2026 wurde er erstmals bis in die Strozzigasse erweitert.

Begegnungszoneseit 2020, rund 800 m

ÖffisU3 Neubaugasse, Bus 13A

6. Landstraßer Hauptstraße

Landstraßer Hauptstraße, 1030 Wien

Landstraßer Hauptstraße beim Wildganshof
Beim Wildganshof · Foto: Linie29, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Die Landstraßer Hauptstraße beginnt bei Wien Mitte und führt durch den ganzen dritten Bezirk bis nach St. Marx. Das Wien Geschichte Wiki nennt sie eine bedeutende Geschäftsstraße. Am lebendigsten ist der Abschnitt rund um die Rochuskirche, wo der Rochusmarkt liegt.

Zwischen den Geschäften stehen bemerkenswerte Häuser: die Elisabethinenkirche, Biedermeierhäuser auf den Nummern 106 bis 112 und weiter draußen der Wildganshof, ein Gemeindebau aus der Zwischenkriegszeit.

Seit März 2026 wird der äußere Abschnitt zwischen Juchgasse und Schlachthausgasse umgestaltet. Geplant sind auf beiden Seiten baulich getrennte Radwege auf rund 700 Metern und 28 neue Bäume. Laut Wirtschaftskammer dauern die Arbeiten voraussichtlich bis Ende August 2027. Stadtauswärts ist die Straße zwischen Oberzellergasse und Schlachthausgasse bis etwa April 2027 eine Einbahn.

BaustelleJuchgasse bis Schlachthausgasse, bis voraussichtlich August 2027

ÖffisU3 Rochusgasse, U3/U4 Landstraße

7. Favoritenstraße

Favoritenstraße, 1100 Wien

Ihren Namen hat die Favoritenstraße vom kaiserlichen Lustschloss Favorita, dem heutigen Theresianum. Davon leitet sich auch der Name des zehnten Bezirks ab. Nachdem die U1 1978 eröffnet hatte, wurde der Abschnitt bis zum Reumannplatz zur Fußgängerzone, das Stück zwischen Südtiroler Platz und Columbusplatz kam erst 2005 dazu.

Zwischen Keplerplatz und Reumannplatz reihen sich Modeketten, Handyshops, Bäckereien und Imbisse aneinander. Am Reumannplatz liegt der Eissalon Tichy, bekannt für seine Eismarillenknödel, in der Saison ein Fixpunkt.

Seit 2025 wird die Straße abschnittsweise begrünt. Der erste Teil zwischen Platz der Kulturen und Landgutgasse ist fertig. Weiter Richtung Reumannplatz wird gebaut, zwischen Gudrunstraße und Quellenstraße saniert Wiener Linien außerdem die U-Bahn-Decke. Laut Wirtschaftskammer dauern diese Arbeiten voraussichtlich bis Ende 2027.

Baustellezwischen Gudrunstraße und Quellenstraße, voraussichtlich bis Ende 2027

ÖffisU1 Keplerplatz, U1 Reumannplatz

8. Meidlinger Hauptstraße

Meidlinger Hauptstraße, 1120 Wien

Wohn- und Geschäftshaus an der Meidlinger Hauptstraße 86
Meidlinger Hauptstraße 86 · Foto: Funke, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Rund einen Kilometer lang ist die Meidlinger Hauptstraße, sie verbindet die U4 im Norden mit dem Bahnhof Meidling im Süden. Laut Wirtschaftskammer gibt es hier rund 150 Geschäfte, dazu Dienstleister, Gastronomie und viele Arztpraxen.

Bis 1989 fuhr hier die Straßenbahnlinie 8. Nach einer Bürgerbefragung wurde sie eingestellt, die Straße wurde nach Plänen von Boris Podrecca zur Fußgängerzone. Offiziell eröffnet wurde sie am 7. Mai 1994, zwischen 2014 und 2017 wurde sie abschnittsweise neu gestaltet.

Rund 50 Kaufleute haben sich im Einkaufsstraßenverein zusammengeschlossen, der Aktionen und Feste veranstaltet. Ein paar Gassen weiter liegt der Meidlinger Markt, den es seit 1873 gibt und der mit rund 50 Ständen eher klein ist.

Fußgängerzoneseit 1994

ÖffisU4 Meidling Hauptstraße, U6 und S-Bahn Bahnhof Meidling

9. Thaliastraße

Thaliastraße, 1160 Wien

Die Thaliastraße in Ottakring nach dem Umbau
Die Thaliastraße · Foto: Funke, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Benannt ist die Thaliastraße seit 1883 nach dem Thaliatheater, das einst am Beginn der Straße stand. Sie ist die wichtigste Geschäftsstraße von Ottakring und bekannt für ihre vielen Bekleidungsgeschäfte. Die Häuser stammen großteils aus der Gründerzeit, auf Nummer 46 etwa steht ein Neobarockbau mit reichem Stuck.

Von 2021 bis Juli 2025 wurde die Straße auf 2,8 Kilometern vom Lerchenfelder Gürtel bis zur Johann-Staud-Straße zum Klimaboulevard umgebaut. Die Gehsteige sind jetzt bis zu sechs Meter breit, dazu kamen zahlreiche neue Bäume, 2.800 Quadratmeter Grünflächen, 26 Trinkbrunnen und 41 Nebelstelen für heiße Tage.

Wer hier einkauft, findet Mode, Schuhe und Alltägliches zu Grätzlpreisen. Die U6-Station Thaliastraße liegt direkt am Gürtel, die Straßenbahn 46 fährt die Straße entlang.

Klimaboulevardfertig seit Juli 2025

ÖffisU6 Thaliastraße, Straßenbahn 46

Gut zu wissen

  • Einkaufstraßen Wien und Öffnungszeiten: Geschäfte dürfen werktags bis 21 Uhr und samstags bis 18 Uhr offen haben. Am Sonntag ist fast alles zu, offen haben vor allem Läden in großen Bahnhöfen.
  • Fußgängerzonen gibt es am Graben, am Kohlmarkt, in der Kärntner Straße, in der Favoritenstraße und in der Meidlinger Hauptstraße. Auf der Mariahilfer Straße ist nur der mittlere Teil Fußgängerzone, der Rest ist Begegnungszone.
  • Auf der Landstraßer Hauptstraße und der Favoritenstraße wird 2026 und 2027 gebaut. Die Geschäfte sind während der Arbeiten erreichbar.
  • Im Advent ist der Graben mit einer eigenen Weihnachtsbeleuchtung geschmückt, einer der schönsten Abschnitte für einen Bummel durch die Einkaufstraßen Wiens.

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Einkaufstraßen Wien: häufige Fragen

Welche ist die längste der Einkaufstraßen Wiens?

Die Mariahilfer Straße. Allein der innere Teil vom Museumsquartier bis zum Westbahnhof ist rund 1,8 Kilometer lang, mit rund 350 Geschäften.

Einkaufstraßen Wien: Wo gibt es Luxusmarken?

Vor allem am Kohlmarkt und am Graben im ersten Bezirk. Dort haben internationale Luxusmarken und Juweliere ihre Geschäfte.

Einkaufstraßen Wien: Haben die Geschäfte am Sonntag offen?

Nein, in Wien haben Geschäfte am Sonntag grundsätzlich geschlossen. Ausnahmen gibt es vor allem in großen Bahnhöfen.

Welche Einkaufstraße in Wien ist die älteste Fußgängerzone?

Der Graben. Er wurde am 27. November 1971 als erste Fußgängerzone Wiens eröffnet, zunächst als Versuch für den Weihnachtseinkauf.

Welche Einkaufstraßen Wien liegen außerhalb der Innenstadt?

Zum Beispiel die Landstraßer Hauptstraße im dritten, die Favoritenstraße im zehnten, die Meidlinger Hauptstraße im zwölften und die Thaliastraße im 16. Bezirk.

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Nicole

Nicole ist stellvertretende Chefredakteurin und erkundet Wien am liebsten zu Fuß. Bei langen Spaziergängen kreuz und quer durch die Bezirke entdeckt sie die Ecken, die man vom Auto aus nie sieht. Fitness gehört für sie zum Alltag wie die Melange zum Kaffeehaus. Beim Essen achtet sie darauf, dass es gesund ist und trotzdem richtig gut schmeckt. Bei WIENINSIDE schreibt sie über Essen und Trinken, Beauty, Reisen, Fitness, Lifestyle, Mode und Einkaufen.

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