Sehenswürdigkeiten

Wien Museum am Karlsplatz: Geschichte, Ausstellungen, Eintritt

Vom Haerdtl-Bau von 1959 zum Umbau mit Betonkubus: was das Haus am Karlsplatz zeigt, wann es offen hat und wer wie viel zahlt.

Martin

Aktualisiert am 16. Okt. 2026  · 7 Min. Lesezeit
Link teilen
Wien Museum am Karlsplatz mit Betonkubus und Terrassengeschoß

Foto: WIENINSIDE

Das Wien Museum am Karlsplatz trägt seit Dezember 2023 einen Hut: Über dem Haus von 1959 schwebt ein Kubus aus Sichtbeton. Das Museum war ab 2019 für den Umbau geschlossen und sperrte am 6. Dezember 2023 wieder auf.

Der Kern des Hauses ist gratis, denn die Dauerausstellung kostet keinen Eintritt und die Terrasse zwischen Alt- und Neubau ebenso wenig. Im Haus liegen drei Etagen Stadtgeschichte, darüber der Kubus für die Sonderausstellungen. Der Rest ist eine Frage von Öffnungszeiten, Ermäßigungen und der richtigen U-Bahn-Linie.

Unser Tipp

Wer günstig ins Haus will, plant den ersten Sonntag im Monat ein: Dann ist auch der Eintritt in die Sonderausstellungen frei, das nächste Mal am 1. November 2026.

Vom Rathaus zum Karlsplatz

Karlsplatz 8, 1040 Wien

Angefangen hat alles im Rathaus. 1887 wurde das Historische Museum der Stadt Wien gegründet, ein Jahr später zeigte es im neuen Rathaus seine erste Schausammlung. Ein eigenes Haus am Karlsplatz bekam die Sammlung erst in den 1950er-Jahren.

Oswald Haerdtl entwarf dafür ein freistehendes dreigeschossiges Gebäude im Stil der gemäßigten Moderne, eröffnet wurde es am 23. April 1959. Otto Wagners frühere Entwürfe für den Standort blieben Papier und wurden nie gebaut. Das Wien Museum, wie es jahrzehntelang dastand, ist also Haerdtls Lösung für diesen Platz.

Der Umbau und der Kubus

2013 fiel die Entscheidung, das Haus zu sanieren und zu erweitern. Den 2015 ausgeschriebenen internationalen Wettbewerb gewannen Certov, Winkler+Ruck Architekten mit einem Zubau aus Glas und Stahlbeton, der aus dem Altbau herauswächst. Das denkmalgeschützte Haus wurde saniert und der Vorplatz zum Karlsplatz hin geöffnet. 2019 schloss das Museum, die Wiedereröffnung folgte am 6. Dezember 2023 unter der Direktion von Matti Bunzl und Christina Schwarz.

Heute schwebt über dem Originalbau ein aufgesetzter Kubus aus Sichtbeton, in dem die Sonderausstellungen gezeigt werden. Zwischen Alt- und Neubau liegt das Terrassengeschoß auf der dritten Ebene, kostenlos zugänglich und mit Ausblick auf Karlsplatz und Umgebung. Zwei Bauzeiten, ein Haus: unten die Moderne von 1959, oben der Beton von heute.

Die Dauerausstellung „Wien. Meine Geschichte“

„Wien. Meine Geschichte“ erzählt die Stadtgeschichte von der Frühzeit bis zur Gegenwart, auf 3.300 m², über drei Etagen und mit 1.700 Objekten. Der Rundgang ist chronologisch angelegt, im Zentrum steht die große Halle. Im Wien Museum ist die Dauerausstellung weiterhin kostenlos und ohne Ticket zu besuchen.

In der Halle stehen die originalen Donnerbrunnen-Figuren, ein 5,5 Meter hohes Modell des Stephansdoms und der Praterwal Poldi. Dazu kommen der Südbahnhof-Schriftzug, eine Kutsche und das Waldheim-Pferd. Über 100 Medienstationen und ein Digital Guide begleiten den Rundgang.

Auch die Kunst hat ihren Platz: Klimts Porträt von Emilie Flöge zählt zu den Highlights, dazu kommen Gemälde von Klimt (darunter „Pallas Athene“), Egon Schiele und Richard Gerstl. Die Fürstenfiguren von St. Stephan gehören zum Kapitel über das mittelalterliche Wien. Zu sehen ist außerdem das Wiener Stadtmodell aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Fläche3.300 m² auf drei Etagen

Objekte1.700

Eintrittkostenlos, ohne Ticket

Sonderausstellungen im Kubus

AusstellungLaufzeitSchwerpunkt
Farbenspiel1. Oktober 2026 bis 28. März 2027Mode aus vier Jahrhunderten
Down Syndrom22. Oktober 2026 bis 24. Jänner 2027Geschichten von Menschen mit Down-Syndrom
Franz West und Wien6. November 2026 bis 2. Mai 2027Wests Verhältnis zu Wien
Sonderausstellungen im Kubus auf einen Blick

Aktuell läuft „Farbenspiel“, eine Schau über Mode aus vier Jahrhunderten, vom 1. Oktober 2026 bis 28. März 2027. Dazu gibt es einen Audioguide in einfacher Sprache mit etwa 20 Minuten Dauer, die Texte stehen auch in ÖGS zur Verfügung.

Am 22. Oktober 2026 folgt „Down Syndrom“ mit dem Untertitel „Über uns, mit uns“, die Ausstellung läuft bis 24. Jänner 2027. Menschen mit Down-Syndrom erzählen darin mit Fotos, Interviews und künstlerischen Arbeiten ihre eigenen Geschichten. An der Gestaltung waren sie ebenfalls beteiligt.

Vom 6. November 2026 bis 2. Mai 2027 widmet sich „Franz West und Wien“ dem Verhältnis des Künstlers zu seiner Heimatstadt. Parallel zeigt die Albertina Modern eine eigene Franz-West-Schau, beide Ausstellungen eröffnen gemeinsam. Für „Farbenspiel“ und „Franz West“ gibt es ein Kombiticket.

Öffnungszeiten und Eintritt

Das Haus ist Dienstag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 18 Uhr geöffnet, am Donnerstag bis 21 Uhr und am Wochenende von 10 bis 18 Uhr. Montag ist immer Ruhetag, geschlossen ist außerdem am 1. Jänner, 1. Mai und 25. Dezember. Am Mittwoch, 21. Oktober 2026, öffnet das Haus wegen einer Betriebsversammlung erst um 11 Uhr.

Die Dauerausstellung bleibt kostenlos, für Sonderausstellungen liegt der Vollpreis bei 13 € und der ermäßigte Preis bei 11 €. Ermäßigt sind unter anderem Senior:innen, Studierende, Lehrlinge, Präsenz- und Zivildiener, Menschen mit Behinderung sowie Inhaber:innen der Vienna City Card oder des Ö1 Clubs. Das Kombiticket für „Farbenspiel“ und „Franz West“ kostet 18 €.

Alle unter 19 Jahren haben freien Eintritt in alle Museen und Standorte. Frei ist der Eintritt außerdem jeden ersten Sonntag im Monat, auch in die Sonderausstellungen, das nächste Mal am Sonntag, 1. November 2026. Freien Eintritt haben auch Inhaber:innen der Jahreskarte Wien Museum, der ICOM-Card und von „Hunger auf Kunst und Kultur“.

Di, Mi, Fr9 bis 18 Uhr

Do9 bis 21 Uhr

Sa, So10 bis 18 Uhr

RuhetagMontag

Anreise mit den Öffis

Zum Wien Museum führen von mehreren Seiten Linien. Die U1 hält am Karlsplatz (Ausgang Karlsplatz), die U4 ebenfalls (Ausgang Resselpark). Von beiden Ausgängen führen tastbare Bodenleitlinien durch den Resselpark zum barrierefreien Eingang. Die Stadt Wien führt auf ihrer Seite zusätzlich die U2 an.

Die Straßenbahnlinien 1 und 62 halten am Karlsplatz, die Linie D in der Gußhausstraße und die Linien 2 und 71 am Schwarzenbergplatz. Die Badner Bahn hält in der Resselgasse.

U-BahnU1, U4 Karlsplatz

Straßenbahn1, 62, D, 2, 71

Badner BahnResselgasse

Terrasse, Restaurant und Shop

Das Terrassengeschoß zwischen Alt- und Neubau öffnet den Blick auf Karlsplatz und Karlskirche. Es ist kostenlos zugänglich und hat dieselben Zeiten wie das Museum, bei Abendveranstaltungen ist es bis 21 Uhr offen.

Wien Museum: Terrassengeschoß mit der Café-Bar „& töchter“ unter dem Betonkubus
Auf der Terrasse unter dem Kubus: Kaffee, Kuchen und Aperitif mit Blick auf den Karlsplatz · Foto: WIENINSIDE

Im Erdgeschoß serviert das Restaurant „trude“ moderne Wiener Küche, Dienstag bis Sonntag von 9 bis 23 Uhr. Es ist nach der Fotografin Trude Fleischmann benannt. Oben im Terrassengeschoß gibt es in der Café-Bar „& töchter“ Kaffee, Kuchen und Aperitif mit Blick auf die Karlskirche, es gilt Selbstbedienung. Die Café-Bar hat dieselben Zeiten wie das Museum.

Der Museumsshop liegt im Eingangsfoyer gleich links und führt Souvenirs mit Wien-Bezug, Poster und Publikationen. Einen Online-Shop gibt es ebenfalls.

Terrassekostenlos, Museumszeiten

Restaurant „trude“Di bis So 9 bis 23 Uhr

Café-Bar „& töchter“Kaffee, Kuchen, Aperitif

MuseumsshopEingangsfoyer, links

Barrierefreiheit und Tipps für den Besuch

Alle Bereiche am Karlsplatz sind stufenfrei erreichbar, ein tastbares Bodenleitsystem gehört dazu. Die Lifte sind für gängige Rollstuhlgrößen ausgelegt und haben Signalton und Audioansage, Beschriftungen gibt es in Braille und tastbarer Normalschrift. Assistenzhunde sind erlaubt. Rollstühle werden kostenlos zur Verfügung gestellt, nach Möglichkeit mit Vorreservierung per E-Mail an service@wienmuseum.at. Die „Sensory Bag“ ist kostenlos gegen Lichtbildausweis ausleihbar.

Der digitale Guide zur Dauerausstellung kostet nichts und kommt auf Deutsch, Englisch, Türkisch, BKS, Französisch und Arabisch, dazu in Einfacher Sprache und ÖGS. Gebraucht werden ein eigenes Handy und Kopfhörer, beim Infostand kann man auch ein Gerät ausborgen. Das Gratis-WLAN heißt „WienMuseumPublic“.

Fotografieren ist für private Zwecke erlaubt, aber ohne Blitz, Stativ oder Selfiestick. Objekte mit durchgestrichenem Fotoapparat sind ausgenommen. Für den Rundgang rechnet ein Reiseportal mit 1,5 bis 2 Stunden, das ist ein Richtwert und keine Angabe des Hauses. Das Team ist zu den Öffnungszeiten telefonisch und per E-Mail erreichbar.

Dauer (Richtwert)1,5 bis 2 Stunden

Telefon+43 1 505 87 47 85173

E-Mailservice@wienmuseum.at

Gut zu wissen

  • Das Wien Museum hat montags immer Ruhetag, geschlossen ist außerdem am 1. Jänner, 1. Mai und 25. Dezember.
  • Am Mittwoch, 21. Oktober 2026, öffnet das Haus erst um 11 Uhr.
  • Rollstühle gibt es kostenlos, nach Möglichkeit mit Vorreservierung per E-Mail an service@wienmuseum.at.
  • Fotografieren für private Zwecke ist ohne Blitz, Stativ und Selfiestick erlaubt.

Auf der Karte

Wien direkt in dein Postfach

Jeden Donnerstag: die besten Tipps fürs Wochenende und was neu in der Stadt ist. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.

Mit der Anmeldung akzeptierst du unsere Datenschutzerklärung.

Wien Museum: häufige Fragen

Wann hat das Wien Museum geöffnet?

Dienstag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 18 Uhr, Donnerstag von 9 bis 21 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Montag ist Ruhetag. Am Mittwoch, 21. Oktober 2026, öffnet das Haus erst um 11 Uhr.

Was kostet der Eintritt ins Wien Museum?

Die Dauerausstellung „Wien. Meine Geschichte“ ist kostenlos. Sonderausstellungen kosten 13 €, ermäßigt 11 €. Unter 19 Jahren ist der Eintritt frei, ebenso jeden ersten Sonntag im Monat.

Wie kommt man mit den Öffis zum Museum am Karlsplatz?

Mit der U1 oder U4 bis Karlsplatz, mit den Straßenbahnlinien 1 und 62 (Karlsplatz), D (Gußhausstraße) sowie 2 und 71 (Schwarzenbergplatz) oder mit der Badner Bahn bis Resselgasse.

Welche Sonderausstellungen laufen derzeit?

„Farbenspiel“ läuft bis 28. März 2027. Ab 22. Oktober 2026 folgt „Down Syndrom“ bis 24. Jänner 2027, ab 6. November 2026 „Franz West und Wien“ bis 2. Mai 2027.

Gibt es eine Dachterrasse?

Zwischen Alt- und Neubau liegt das Terrassengeschoß mit Blick auf Karlsplatz und Karlskirche. Es ist kostenlos zugänglich und hat dieselben Zeiten wie das Museum. Die Café-Bar „& töchter“ serviert dort Kaffee, Kuchen und Aperitif.

Weiterlesen

Martin

Martin ist Herausgeber und Chefredakteur von WIENINSIDE und einer, der mit Wien nie fertig wird. Macht irgendwo ein neuer Hotspot auf, will er ihn sehen. Unterwegs bleibt er vor Fassaden stehen, an denen andere vorbeigehen, denn Architektur ist seine große Leidenschaft. Und am Ende des Tages zählt für ihn eines: gut essen. Bei WIENINSIDE schreibt er über Essen, Architektur, Sport, Freizeit und alles, was die Stadt gerade bewegt.

Mehr aus Wien entdecken

Was machen wir heute?