Für einen guten Tagesausflug braucht man in Wien kein Auto. Viele Ausflugsziele rund um Wien liegen an einer Bahnstrecke oder sind mit einem Umstieg in den Bus erreichbar: Stifte und Schlösser, die Weinorte der Wachau, der Neusiedler See und die Hausberge der Wiener im Süden.
Für diese Liste haben wir 14 Ausflugsziele rund um Wien ausgesucht, die man an einem Tag hin und zurück schafft. Bei jedem steht, wie man mit Bahn oder Bus hinkommt und was man dort machen kann. Fahrzeiten nennen wir nur, wo sie von offizieller Seite angegeben sind. Viele Angebote haben jetzt im Herbst noch offen, einige schließen im November.

Unser Tipp
Wer Ausflugsziele rund um Wien mit Öffis plant, schaut am besten vorher in die AnachB-App des VOR: Dort sieht man Verbindungen mit Zug und Regionalbus samt Umstiegen und kann gleich das passende Ticket kaufen.
1. Dürnstein in der Wachau
Dürnstein, 3601 Dürnstein
Der blau-weiße Kirchturm des ehemaligen Stifts Dürnstein gilt als Wahrzeichen der ganzen Wachau. Bei der Restaurierung in den 1980er Jahren fand man Reste der blauen Farbe, Rechnungen für Smalteblau aus der Barockzeit bestätigten die ursprüngliche Fassung.
Über dem Ort liegt die Ruine der Kuenringerburg. Hier saß der englische König Richard Löwenherz vom 21. Dezember 1192 bis 4. Februar 1193 gefangen. Die Ruine ist frei zugänglich, der Aufstieg führt durch Weingärten und Felsen.
Dürnstein hat nur gut 800 Einwohner. Seit 2000 gehört die Wachau zum UNESCO-Welterbe, im Ort sitzt die bekannte Winzergenossenschaft Domäne Wachau.
ÖffisZug bis Krems, dann Bus WL1
Ruinefrei zugänglich
Welterbeseit 2000
2. Stift Melk
Abt-Berthold-Dietmayr-Straße 1, 3390 Melk
Benediktiner leben in Melk ohne Unterbrechung seit 1089. Den heutigen Barockbau plante Jakob Prandtauer ab 1702 für Abt Berthold Dietmayr, fertig war die Anlage 1746. Ein Brand im Jahr 1738 machte zwischendurch viel Arbeit wieder zunichte.
Die Stiftsbibliothek besitzt rund 100.000 Bände, darunter etwa 1.800 Handschriften ab dem 9. Jahrhundert. 1997 tauchte hier ein Fragment des Nibelungenlieds aus dem 13. Jahrhundert auf. Den Marmorsaal hat Paul Troger ausgemalt, von der Altane schaut man weit ins Donautal.
Umberto Eco hat dem Stift literarisch ein Denkmal gesetzt: Der Erzähler im „Namen der Rose“ heißt Adson von Melk. Vom Bahnhof Melk geht man etwa zehn Minuten hinauf.
GeöffnetApril bis Oktober täglich 9 bis 17.30 Uhr
ÖffisZug bis Melk, 10 Minuten zu Fuß
Seit1089
3. Die Garten Tulln
Am Wasserpark 1, 3430 Tulln
Die Garten Tulln hat 2008 aufgesperrt und versteht sich als erste ökologische Landesgartenschau Europas. Gepflegt wird nach den Kriterien von „Natur im Garten“. Auf sieben Hektar Schaugärten wachsen über 27.000 Stauden, dazu kommen 45 Hektar Auwald.
Der Baumwipfelweg ist 30 Meter hoch, hinauf geht es zu Fuß oder mit dem Lift. Von den Bahnhöfen Tulln und Tullnerfeld fährt ein kostenloser Shuttle zur Gartenschau.
Egon Schiele kam 1890 im Bahnhof Tulln zur Welt, sein Vater war dort Vorstand. Das Geburtshaus kann man besichtigen, das Schiele-Museum liegt an der Donaulände.
Saison 2026bis 31. Oktober täglich 9 bis 18 Uhr
ÖffisZug bis Tulln oder Tullnerfeld, dann Gratis-Shuttle
Baumwipfelweg30 Meter
4. Stift Klosterneuburg
Stiftsplatz 1, 3400 Klosterneuburg
Markgraf Leopold III. hat das Stift 1114 gegründet, seit 1133 leben hier Augustiner-Chorherren. Der wichtigste Schatz ist der Verduner Altar von 1181, ein Hauptwerk mittelalterlicher Goldschmiedekunst. In der Schatzkammer liegt der österreichische Erzherzogshut.
Kaiser Karl VI. ließ ab 1730 einen riesigen Barockbau nach dem Vorbild des Escorial beginnen, mit seinem Tod 1740 blieb er unvollendet. Die Kaiserzimmer kann man besichtigen.
Das Stift betreibt eines der ältesten Weingüter Österreichs. Am Leopolditag, dem 15. November, wird traditionell über das große Fass im Stiftskeller gerutscht. Von allen Ausflugszielen rund um Wien in dieser Liste ist Klosterneuburg am schnellsten erreichbar.
GeöffnetMai bis 15. November täglich 9 bis 18 Uhr, danach 10 bis 16 Uhr
ÖffisS40 bis Klosterneuburg-Kierling oder Bus 238/239 ab Heiligenstadt
Seit1114
5. Podersdorf am See
Podersdorf am See, 7141 Podersdorf am See
Podersdorf ist der einzige Ort mit direktem Zugang zum schilffreien Ostufer des Neusiedler Sees. Deshalb gibt es hier einen langen Strand, eine Mole mit Leuchtturm und viel Wind für Surfer und Segler.
Im Ort steht eine Windmühle aus der Zeit um 1800, eine von zwei Windmühlen in Österreich, die noch funktionieren. Rundherum liegt der Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel mit seinen Lacken und Vogelbeobachtungsplätzen.
Mit dem Rad sind es von Neusiedl am See rund 20 Kilometer auf meist asphaltierten Wegen. Wer nicht radeln will, nimmt ab dem Bahnhof Neusiedl den Bus 290 bis zum Strandplatz. Eine Radfähre verbindet Podersdorf in der Saison mit Rust.
ÖffisZug bis Neusiedl am See, dann Bus 290
Radwegab Neusiedl rund 20 km
LageOstufer des Neusiedler Sees
6. Rust
Rust, 7071 Rust
Rust bekam 1681 das Stadtrecht und ist heute die kleinste Statutarstadt Österreichs. Die Altstadt gehört seit 2001 zum UNESCO-Welterbe Fertő/Neusiedler See.
Bekannt ist Rust für seine Störche, die ihre Nester auf den Rauchfängen der Altstadt bauen. Am Rand zum Schilfgürtel hat die Stadt mehrere frei zugängliche Beobachtungsplätze eingerichtet. Die Störche sind im Frühling und Sommer da, im Herbst ziehen sie nach Süden.
Rust ist außerdem eine alte Weinstadt mit vielen Heurigen und Buschenschanken. Durch den Schilfgürtel führt eine Straße zum Seebad mit Bootsverleih. Von dort pendelt in der Saison eine Radfähre hinüber nach Podersdorf.
ÖffisZug bis Eisenstadt, dann Bus 285 oder 286
Stadtrechtseit 1681
StörcheFrühling und Sommer
7. Schloss Esterházy
Esterházyplatz 1, 7000 Eisenstadt
Schloss Esterházy in Eisenstadt war jahrhundertelang Sitz der Fürsten Esterházy. Joseph Haydn stand jahrzehntelang in ihren Diensten und hat viele seiner Werke für den Hof geschrieben.
Mit dem Schlossticket geht man selbst durch die Ausstellungen „Das Appartement der Fürstin“ und „Glanzlichter des Schlosses Esterházy“. Sie führen in den Haydnsaal, der bis heute als Konzertsaal dient. Sonntags um 14 Uhr gibt es eine Kostümführung, von 24. bis 31. Oktober laufen die „Geistertage“.
Haydn liegt in der Bergkirche von Eisenstadt begraben, ein kurzer Spaziergang vom Schloss entfernt. Hinter dem Schloss liegt der weitläufige Schlosspark.
GeöffnetOktober Mi bis So 10 bis 16 Uhr, Mo und Di nur mit Führung
ÖffisZug bis Eisenstadt
HaydnsaalKonzertsaal im Schloss
8. Römerstadt Carnuntum
Hauptstraße 1A, 2404 Petronell-Carnuntum
Carnuntum war die Hauptstadt der römischen Provinz Pannonien und ein wichtiger Militärstandort an der Donaugrenze. In Petronell stehen heute originalgetreu wiederaufgebaute Gebäude: die Villa Urbana, eine römische Therme und das Haus des Lucius.
Ein Tagesticket gilt für das Römerstadtviertel und für das Museum Carnuntinum in Bad Deutsch-Altenburg. Frei zugänglich sind die Amphitheater und das Heidentor, die Reste eines spätantiken Triumphmonuments mitten in den Feldern.
Der Zug REX 7 fährt ab Wien Mitte nach Petronell-Carnuntum, vom Bahnhof geht man rund 15 Minuten. Den Park gibt es seit 1996.
Saison 2026bis 15. November täglich 9 bis 17 Uhr
ÖffisREX 7 ab Wien Mitte bis Petronell-Carnuntum
Frei zugänglichHeidentor, Amphitheater
9. Schloss Hof
Schloßhof 1, 2294 Schloßhof
Schloss Hof ist die größte Landschlossanlage Österreichs. Prinz Eugen und später Maria Theresia haben hier residiert. Das Gelände ist 70 Hektar groß, zu sehen sind Prunkräume, ein terrassierter Barockgarten und ein Gutshof mit rund 240 Tieren.
Bis 2. November 2026 läuft die Ausstellung „Verspielte Symmetrie: Der Barockgarten als Kunstwerk“, die sich über die ganze Anlage zieht. Führungen gibt es täglich auf Deutsch, außerdem auf Englisch, Slowakisch und Ungarisch.
Mit Öffis fährt man ab Wien Hauptbahnhof mit dem Zug nach Lassee und steigt dort in den Regionalbus 540 um, der bis Schloss Hof fährt. Bratislava liegt gleich auf der anderen Seite der March.
Geöffnetbis 2. November täglich 10 bis 18 Uhr, dann 10 bis 16 Uhr
ÖffisZug bis Lassee, dann Bus 540
Gutshofrund 240 Tiere
10. Baden bei Wien
Kurpark, 2500 Baden
Baden hat Schwefelquellen mit 36 Grad, die schon die Römer genutzt haben. Seit 2021 gehört die Kurstadt zum UNESCO-Welterbe „Great Spa Towns of Europe“.
Im Doblhoffpark liegt das Rosarium mit rund 25.000 Rosenstöcken in etwa 900 Sorten, die Hauptblüte ist im Juni und im September. Der Kurpark zieht sich den Hang hinauf, von oben schaut man über die Stadt.
Beethoven verbrachte viele Sommer in Baden. Im Haus Rathausgasse 10 arbeitete er 1823 an seiner Neunten Symphonie, heute ist dort das Museum „Haus der Neunten“. Die Badner Bahn fährt ab der Oper bis Baden Josefsplatz, die Fahrt dauert ungefähr eine Stunde.
BeethovenhausDi bis So 10 bis 18 Uhr
ÖffisBadner Bahn ab Oper bis Baden Josefsplatz
Welterbeseit 2021
11. Seegrotte Hinterbrühl
Grutschgasse 2a, 2371 Hinterbrühl
1848 stieß ein Müller beim Brunnengraben auf Gips, daraus wurde ein Bergwerk. 1912 löste eine Sprengung einen Wassereinbruch von mehr als 20.000 Kubikmetern aus, der Abbau war damit vorbei. Seit 1932 ist die Seegrotte ein Schaubergwerk.
Die Führung dauert rund 45 Minuten und endet mit einer Bootsfahrt auf dem unterirdischen See, der eine Wasserfläche von 6.200 Quadratmetern hat. Im Zweiten Weltkrieg wurden in den Stollen Rümpfe für das Düsenflugzeug Heinkel He 162 gebaut.
1993 drehte Disney hier Szenen für „Die drei Musketiere“, ein Drachenboot aus dem Film ist geblieben. Anreise mit der S-Bahn bis Mödling, dann mit dem Bus 364 oder 365 bis zur Haltestelle Seegrotte.
Geöffnetbis 31. Oktober täglich 9.30 bis 17 Uhr, im Winter Mi bis So kürzer
ÖffisS-Bahn bis Mödling, dann Bus 364 oder 365
Führungrund 45 Minuten
12. Rax-Seilbahn
Dr.-Ewald-Bing-Straße 3, 2651 Reichenau an der Rax
Die Rax-Seilbahn ist 1926 als erste Seilbahn Österreichs eröffnet worden, 2026 feiert sie ihr hundertstes Jahr. Die Gondel bringt einen in rund acht Minuten auf das Raxplateau in 1.545 Metern Höhe.
Oben warten Wanderwege über das Hochplateau und zwei Hütten, der Berggasthof Raxalm und das Ottohaus. Aus dem Gebiet von Rax und Schneeberg kommt übrigens seit 1873 über die I. Wiener Hochquellenwasserleitung das Wiener Trinkwasser.
Der Regionalzug fährt stündlich ab Wien über Praterstern, Hauptbahnhof und Meidling nach Payerbach-Reichenau, von dort geht ein Bus zur Talstation. Bis zur Seilbahn rechnet man von Wien rund 70 Minuten.
Revision16. November bis 4. Dezember 2026 geschlossen
ÖffisZug bis Payerbach-Reichenau, dann Bus
Bergstation1.545 Meter
13. Schneebergbahn
Bahnhof Puchberg am Schneeberg, 2734 Puchberg am Schneeberg
Die Schneebergbahn fährt seit 1897 und ist mit 9,7 Kilometern die längste der drei Zahnradbahnen Österreichs. Mit dem modernen „Salamander“ dauert die Fahrt rund 40 Minuten, mit dem Nostalgie-Dampfzug etwa 90 Minuten.
Die Bergstation Hochschneeberg liegt auf 1.795 Metern und ist der höchstgelegene Bahnhof Österreichs. Gleich daneben steht die Kaiserin-Elisabeth-Kirche. Der Gipfel des Schneebergs ist 2.076 Meter hoch, bei klarer Sicht reicht der Blick bis zum Neusiedler See.
Mit dem Zug fährt man über Wiener Neustadt nach Puchberg, am Wochenende gibt es auch eine Direktverbindung ab Wien. Oben gibt es über 80 Kilometer Wanderwege und mehrere Hütten, bekannt sind die Schneeberg-Buchteln.
Saison 2026täglich bis 1. November, von 5. bis 15. November Do bis So
ÖffisZug über Wiener Neustadt bis Puchberg am Schneeberg
Bergstation1.795 Meter
14. Semmeringbahn und Bahnwanderweg
Bahnhof Semmering, 2680 Semmering
Die Semmeringbahn von Carl von Ghega wurde 1854 eröffnet und gilt als erste normalspurige Gebirgsbahn Europas. Auf rund 41 Kilometern zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag überquert sie 16 Viadukte und fährt durch 14 Tunnel. 1998 wurde sie als erste Bahnstrecke der Welt UNESCO-Welterbe.
Am besten erlebt man sie auf dem Bahnwanderweg vom Bahnhof Semmering hinunter nach Payerbach. Unterwegs liegt der berühmte „20-Schilling-Blick“ auf das Viadukt über die Kalte Rinne, das von 1968 bis 1998 auf dem 20-Schilling-Schein abgebildet war. Auch die Doppelreiterwarte liegt am Weg.
Hin fährt man mit der Südbahn bis Semmering, zurück ab Payerbach-Reichenau. Unterwegs gibt es mehrere Bahnhöfe, an denen man den Weg abkürzen und in den Zug steigen kann.
Eröffnet1854
ÖffisSüdbahn bis Semmering, zurück ab Payerbach-Reichenau
Welterbeseit 1998
Gut zu wissen
- Viele Ausflugsziele rund um Wien haben eine Saison: Carnuntum schließt am 15. November, die Garten Tulln am 31. Oktober, die Schneebergbahn fährt bis 1. November und danach nur noch an einzelnen Tagen.
- Die Rax-Seilbahn ist von 16. November bis 4. Dezember 2026 wegen Revision geschlossen.
- In der Wachau gibt es ein Tagesticket für die Buslinien der Region, mit dem man zwischen Krems, Dürnstein und Melk beliebig oft fahren kann.
- Für Klosterneuburg reicht ein Ticket für die Kernzone Wien plus eine Außenzone.
- Für viele Ausflugsziele rund um Wien bietet die ÖBB Kombitickets mit Fahrt und Eintritt an, etwa für Schloss Esterházy oder die Rax-Seilbahn.
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Ausflugsziele rund um Wien: häufige Fragen
Welche Ausflugsziele rund um Wien erreicht man am schnellsten mit Öffis?
Stift Klosterneuburg liegt nur rund 12 Kilometer von Wien entfernt und ist mit der S40 oder dem Bus ab Heiligenstadt erreichbar. Auch Baden ist mit der Badner Bahn ab der Oper ohne Umsteigen erreichbar.
Welche Ausflugsziele rund um Wien eignen sich bei Regenwetter?
Ausflugsziele rund um Wien mit viel Programm unter Dach sind die Seegrotte Hinterbrühl, die Stifte Melk und Klosterneuburg, Schloss Esterházy in Eisenstadt und das Beethovenhaus in Baden.
Wie kommt man mit Öffis an den Neusiedler See?
Mit dem Zug nach Neusiedl am See und weiter mit dem Bus 290 nach Podersdorf. Nach Rust fährt man mit dem Zug bis Eisenstadt und von dort mit dem Bus 285 oder 286.
Wie kommt man ohne Auto in die Wachau?
Mit dem Zug nach Krems und weiter mit dem Bus WL1 nach Dürnstein. Melk hat einen eigenen Bahnhof, das Stift liegt rund zehn Minuten zu Fuß entfernt.
Welche Ausflugsziele rund um Wien eignen sich zum Wandern?
Die klassischen Ausflugsziele rund um Wien zum Wandern sind die Rax mit der Rax-Seilbahn, der Schneeberg mit der Zahnradbahn und der Bahnwanderweg entlang der Semmeringbahn.