Sehenswürdigkeiten

9 Aussichtspunkte in Wien ohne Eintritt: vom Leopoldsberg bis zur MQ Libelle

Neun Aussichtspunkte in Wien ohne Eintritt, vom Leopoldsberg über die Jubiläumswarte bis zur MQ Libelle, mit Anreise und der besten Tageszeit.

Martin

Aktualisiert am 6. Okt. 2026  · 8 Min. Lesezeit
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Gipfelareal des Leopoldsbergs, einer der Aussichtspunkte in Wien

Foto: C.Stadler/Bwag, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Für einen weiten Blick über die Stadt braucht man in Wien kein Ticket. Die schönsten Aussichtspunkte in Wien liegen am Rand des Wienerwalds, auf Hügeln, die mit Bus und Straßenbahn erreichbar sind. Dazu kommen ein paar Dächer mitten in der Stadt, die seit einigen Jahren für alle offen stehen.

Wir haben neun Aussichtspunkte in Wien ausgesucht, an denen man für die Aussicht nichts zahlt. Bei jedem steht, wie man hinkommt und wann es sich lohnt. Für die Hügel im Westen gilt eine einfache Regel: Am Morgen hat man die Sonne im Rücken über der Stadt, am Abend leuchten die Häuser im letzten Licht und später die Lichter der Stadt.

Unser Tipp

Kahlenberg, Leopoldsberg und Am Himmel liegen alle an der Linie 38A. Wer früh aufbricht, kann die drei an einem Vormittag verbinden und den Rückweg zu Fuß durch die Weingärten nach Grinzing nehmen.

1. Leopoldsberg

Leopoldsberg, 1190 Wien

Gipfelareal des Leopoldsbergs, einer der Aussichtspunkte in Wien
Am Gipfel des Leopoldsbergs · Foto: C.Stadler/Bwag, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
Kahlenberg und Leopoldsberg von Klosterneuburg aus gesehen
Kahlenberg und Leopoldsberg von Klosterneuburg aus · Foto: Funke, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Der Leopoldsberg ist 425 Meter hoch und fällt steil zur Donau ab. Bis ins 17. Jahrhundert hieß er Kahlenberg, erst danach bekam er den Namen des Babenbergers Leopold. Oben stehen die Leopoldskirche und die Reste einer Burg aus dem 13. Jahrhundert, die 1529 vor den heranrückenden Osmanen gesprengt wurde.

Von der Terrasse bei der Kirche sieht man direkt auf den Strom, auf Klosterneuburg, die Donauinsel und den Norden der Stadt. Laut Wien Tourismus reicht der Blick an klaren Tagen bis Bratislava.

Die beste Zeit ist der frühe Morgen. Dann geht die Sonne über der Donau im Osten auf. Auf dem Gipfelplateau ist noch wenig los.

Höhe425 Meter

Eintrittfrei

ÖffisU4 Heiligenstadt, Bus 38A bis Kahlenberg, dann zu Fuß am Stadtwanderweg 1a

Beste ZeitSonnenaufgang

2. Kahlenberg

Am Kahlenberg, 1190 Wien

Der Kahlenberg ist mit 484 Metern der bekannteste Hausberg der Stadt und der am leichtesten erreichbare: Der Bus 38A hält direkt am Gipfel. Von der Aussichtsterrasse überblickt man fast das ganze Stadtgebiet, beide Donauarme und an guten Tagen die Hügel bis weit in den Süden.

Gleich bei der Haltestelle steht etwas tiefer die barocke Kirche St. Josef. Am höchsten Punkt ragt die Stefaniewarte auf, ein 22 Meter hoher Turm aus dem Jahr 1887, der von April bis Oktober geöffnet wird. Für den Aufstieg wird ein kleiner Erhaltungsbeitrag eingehoben, die Terrasse selbst kostet nichts.

Am späten Nachmittag fällt das Licht von Westen auf die Stadt. Wer bis nach Sonnenuntergang bleibt, sieht Wien langsam aufleuchten.

Höhe484 Meter

Eintrittfrei (Stefaniewarte gegen kleinen Beitrag)

ÖffisU4 Heiligenstadt, Bus 38A bis Kahlenberg

Beste Zeitspäter Nachmittag und Abend

3. Am Himmel

Am Himmel, 1190 Wien

Die Sisi-Kapelle Am Himmel in Wien-Döbling
Die Sisi-Kapelle Am Himmel · Foto: Am Himmel, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Am Himmel ist ein knapp elf Hektar großes Gelände zwischen Grinzing und Cobenzl, das rund 150.000 Menschen im Jahr besuchen. Die Bellevuewiese gehört zu den besten Plätzen für einen Blick über die Stadt, mit viel Platz für eine Decke.

Im Lebensbaumkreis stehen 40 Bäume, 36 im äußeren Ring und vier Jahreszeitenbäume in der Mitte. Wer seinen Baum nach dem Geburtsdatum sucht, hört aus versteckten Lautsprechern dessen Geschichte. Am Samstag und Sonntag spielt dort klassische Musik. Zehn Minuten entfernt steht die Sisi-Kapelle, erbaut von 1854 bis 1856 zur Erinnerung an die Hochzeit von Franz Joseph und Elisabeth.

Das Gelände ist das ganze Jahr frei zugänglich. Nur das Restaurant Oktogon ist ein Gastbetrieb.

Eintrittfrei, ganzjährig

ÖffisBus 38A bis Cobenzl Parkplatz, dann rund 850 Meter zu Fuß

Beste ZeitNachmittag, am Wochenende mit Musik im Lebensbaumkreis

4. Jubiläumswarte

Johann-Staud-Straße 80, 1160 Wien

Die Jubiläumswarte auf dem Gallitzinberg in Wien-Ottakring
Die Jubiläumswarte in Ottakring · Foto: Doris Antony, Berlin, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Auf dem Gallitzinberg in Ottakring steht seit 1956 ein 31 Meter hoher Turm aus Stahlbeton. Die erste Warte an dieser Stelle war 1898 aus Holz gebaut worden, ihr Name erinnert an das Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph in diesem Jahr.

183 Stufen führen über eine Wendeltreppe auf die Plattform in rund 450 Metern Seehöhe. Von oben reicht der Rundblick über Wien und den Wienerwald, bei klarer Sicht bis zum Schneeberg. Richtungstafeln zeigen, welcher Gipfel welcher ist. Oben weht es fast immer, eine Jacke schadet auch im Sommer nicht.

Der Zugang ist frei. Ab der Bushaltestelle sind es etwa 20 Minuten zu Fuß, die Wiesen rundherum eignen sich für ein Picknick.

Höhe31 Meter, 183 Stufen

Eintrittfrei

ÖffisU3 Ottakring, Bus 46A oder 46B, dann etwa 20 Minuten zu Fuß

Beste Zeitklare Tage, etwa nach einer Kaltfront

5. Wiese beim Schloss Wilhelminenberg

Savoyenstraße 2, 1160 Wien

Blick vom Schloss Wilhelminenberg über Wien
Blick vom Wilhelminenberg · Foto: George Yohng, CC BY 3.0, Wikimedia Commons
Schloss Wilhelminenberg in Wien-Ottakring
Das Schloss Wilhelminenberg · Foto: C.Stadler/Bwag, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Der Wilhelminenberg ist nach Wilhelmine Montléart-Sachsen-Curland benannt, einer Wohltäterin im Wien des späten 19. Jahrhunderts. Das Schloss im Stil des Neo-Empire wurde 1908 gebaut und ist heute ein Hotel mit Restaurant und Terrasse.

Für die Aussicht muss man aber nicht einkehren. Neben dem Schloss liegt eine große Wiese, von der man über Ottakring auf die Stadt sieht. Sie ist ein beliebter Platz für ein Picknick.

Wer zu Fuß kommt, nimmt ab der U3 Ottakring den Stadtwanderweg 4a. Er führt an der Kuffner Sternwarte vorbei und lässt sich mit der Jubiläumswarte zu einer Runde verbinden.

Eintrittfrei

ÖffisU3 Ottakring, weiter mit Bus 46A oder 46B

Beste ZeitAbend, wenn die Stadt im Westlicht liegt

6. Gloriette im Schlosspark Schönbrunn

Schlosspark Schönbrunn, 1130 Wien

Gloriette und Schloss Schönbrunn bei Sonnenuntergang
Abendlicht in Schönbrunn · Foto: Ritter vom Hohen Fels, CC0, Wikimedia Commons
Die Gloriette im Schlosspark Schönbrunn
Die Gloriette · Foto: Laurens R. Krol, CC BY 4.0, Wikimedia Commons

Die Gloriette wurde 1775 auf dem Hügel gegenüber dem Schloss gebaut und ist der höchste Punkt im Schlosspark. Der Park selbst kostet keinen Eintritt, genauso wenig die Plattform vor der Gloriette. Nur die Dachterrasse ist kostenpflichtig.

Schon vom Platz vor den Arkaden sieht man über das Große Parterre und das Schloss hinweg auf die Stadt. Der Weg vom Schloss hinauf ist steil, aber kurz. Er führt am Neptunbrunnen vorbei.

Der Park sperrt täglich um 6.30 Uhr auf und ist von März bis Ende Oktober mindestens bis 19 Uhr geöffnet. Früh am Morgen ist es hier noch ruhig. Am Abend steht die Sonne hinter der Gloriette und taucht Schloss und Stadt in warmes Licht.

Erbaut1775

Eintrittfrei (Dachterrasse kostenpflichtig)

GeöffnetPark täglich ab 6.30 Uhr

ÖffisU4 Schönbrunn oder Hietzing

Beste Zeitfrüher Morgen oder Abend

7. MQ Libelle

Museumsplatz 1, 1070 Wien

Aussicht von der MQ Libelle, einem der Aussichtspunkte in Wien
Aussicht von der MQ Libelle · Foto: MuseumsQuartier Wien, Foto: Thomas Meyer Photography, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
Die MQ Libelle auf dem Dach des Leopold Museums
Die MQ Libelle · Foto: MuseumsQuartier Wien, Foto: Thomas Meyer Photography, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Seit 2020 trägt das Dach des Leopold Museums einen gläsernen Aufbau: die MQ Libelle, die erste bauliche Erweiterung des MuseumsQuartiers seit 2001. Entworfen haben sie Laurids und Manfred Ortner zusammen mit den Künstlerinnen Brigitte Kowanz und Eva Schlegel.

Zwei gläserne Panoramalifte an der Ostseite des Museums bringen alle kostenlos auf die Terrasse. Oben blickt man über die Höfe des MuseumsQuartiers, die Hofburg und die Innenstadt bis zu den Hügeln am Stadtrand. Es gibt Sitzplätze, für die man nichts konsumieren muss. Dazu kommt eine Bar für alle, die doch etwas trinken wollen.

Geöffnet ist von Mitte April bis Ende Oktober täglich von 10 bis 22 Uhr, die letzte Auffahrt ist um 21.30 Uhr.

Eintrittfrei

Geöffnet15. April bis Ende Oktober täglich 10 bis 22 Uhr

ÖffisU2 Museumsquartier, U3 Volkstheater

Beste ZeitAbend

8. Terrasse des Wien Museums

Karlsplatz 8, 1040 Wien

Das Wien Museum hat am 6. Dezember 2023 nach Umbau und Erweiterung wieder aufgesperrt. Neu ist ein Terrassengeschoß ganz oben, mit Café, Veranstaltungsräumen und einer Terrasse, die ohne Ticket zugänglich ist. Auch die Dauerausstellung kostet keinen Eintritt.

Von der Terrasse sieht man über den Karlsplatz direkt auf die Kuppel der Karlskirche, auf das Künstlerhaus und den Musikverein.

Die Terrasse richtet sich nach den Öffnungszeiten des Museums. Am Donnerstag ist bis 21 Uhr offen, dann lässt sich der Blick auch in der Dämmerung genießen.

Eintrittfrei (Sonderausstellungen kostenpflichtig)

GeöffnetDi, Mi, Fr 9 bis 18 Uhr, Do 9 bis 21 Uhr, Sa und So 10 bis 18 Uhr

ÖffisU1, U2, U4 Karlsplatz

Beste ZeitDonnerstagabend

9. Donauinsel bei der Reichsbrücke

Donauinsel, 1220 Wien

Rampe der Reichsbrücke auf der Donauinsel in Wien
An der Reichsbrücke auf der Donauinsel · Foto: Paul Korecky, CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons

Die Donauinsel ist kein Berg. Trotzdem gehört sie zu den Aussichtspunkten in Wien, denn von hier hat man die modernste Seite der Stadt vor sich. Die U1 hält mitten auf der Reichsbrücke in der Station Donauinsel. Über die Rampen geht es hinunter ans Wasser.

Auf der einen Seite stehen die Hochhäuser der Donau City mit dem DC Tower 1, mit 250 Metern das höchste Gebäude Österreichs, daneben die UNO City. Flussaufwärts sieht man die Brücken hintereinander und dahinter Kahlenberg und Leopoldsberg.

Am schönsten ist es am Abend, wenn die Sonne hinter dem Wienerwald untergeht und sich die beleuchteten Türme im Wasser spiegeln. Die Wiesen am Ufer sind frei zugänglich und rund um die Uhr offen.

Eintrittfrei

ÖffisU1 Donauinsel

Beste ZeitSonnenuntergang und blaue Stunde

Gut zu wissen

  • Die meisten Aussichtspunkte in Wien sind rund um die Uhr frei zugänglich. Ausnahmen sind die MQ Libelle (nur Mitte April bis Ende Oktober), das Wien Museum und der Schlosspark Schönbrunn mit festen Öffnungszeiten.
  • Für Fernsicht bis zum Schneeberg brauchen alle Aussichtspunkte in Wien klare Luft. Die gibt es am ehesten an kühlen Tagen im Herbst und Winter oder nach einem Gewitter.
  • Die höher gelegenen Aussichtspunkte in Wien wie Kahlenberg und Leopoldsberg sind oft einige Grad kühler und windiger als die Innenstadt.

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Aussichtspunkte in Wien: häufige Fragen

Welche Aussichtspunkte in Wien kosten keinen Eintritt?

Kahlenberg, Leopoldsberg, Am Himmel, die Jubiläumswarte, die Wiese beim Schloss Wilhelminenberg, die Plattform vor der Gloriette, die MQ Libelle, die Terrasse des Wien Museums und die Donauinsel sind frei zugänglich.

Wo hat man in Wien den besten Blick über die ganze Stadt?

Die Hügel im Nordwesten, vor allem Kahlenberg und Leopoldsberg, sind die Aussichtspunkte in Wien mit dem weitesten Blick. Dazu kommt die Jubiläumswarte in Ottakring mit ihrem Rundblick.

Welche Aussichtspunkte in Wien eignen sich für den Sonnenuntergang?

Kahlenberg, Wilhelminenberg und die Donauinsel bei der Reichsbrücke. Im Sommer kommt die MQ Libelle dazu, die bis 22 Uhr offen hat.

Wie kommt man ohne Auto auf den Kahlenberg?

Mit der U4 bis Heiligenstadt und weiter mit dem Bus 38A bis zur Endstation Kahlenberg. Über dieselbe Linie erreicht man auch die Aussichtspunkte in Wien rund um Cobenzl und Am Himmel.

Ist die Gloriette in Schönbrunn gratis?

Der Schlosspark und die Plattform vor der Gloriette sind frei zugänglich. Für die Dachterrasse der Gloriette braucht man ein Ticket.

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Martin

Martin ist Herausgeber und Chefredakteur von WIENINSIDE und einer, der mit Wien nie fertig wird. Macht irgendwo ein neuer Hotspot auf, will er ihn sehen. Unterwegs bleibt er vor Fassaden stehen, an denen andere vorbeigehen, denn Architektur ist seine große Leidenschaft. Und am Ende des Tages zählt für ihn eines: gut essen. Bei WIENINSIDE schreibt er über Essen, Architektur, Sport, Freizeit und alles, was die Stadt gerade bewegt.

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