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Belvedere in Wien: Klimt, Gärten, Tickets und Tipps

Das Belvedere in Wien mit Oberem und Unterem Schloss, Barockgarten und Klimts „Kuss“: Geschichte, Sammlung, Tickets, Öffnungszeiten und Anreise im Überblick.

Martin

Aktualisiert am 23. Okt. 2026  · 7 Min. Lesezeit
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Belvedere in Wien: das Obere Belvedere, Sommersitz von Prinz Eugen

Foto: AlejandraS03, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Das Belvedere in Wien besteht aus zwei Barockschlössern, die ein terrassierter Garten verbindet. Prinz Eugen von Savoyen ließ die Anlage im frühen 18. Jahrhundert als Sommersitz vor den Toren der Stadt bauen. Heute ist sie ein Museum mit rund 400 Werken aus etwa 800 Jahren Kunstgeschichte und der weltweit größten Sammlung von Gemälden Gustav Klimts.

Wir stellen die einzelnen Teile vor: das Obere Belvedere mit der Sammlung und dem „Kuss“, das Untere Belvedere mit Prunkräumen und Sonderausstellungen, den Schlossgarten und das Belvedere 21 beim Hauptbahnhof, das zum selben Museum gehört. Dazu kommen Preise, Öffnungszeiten und Anreise mit Stand Oktober 2026.

Unser Tipp

Wer beide Schlösser sehen will, nimmt die Tageskarte „2 in 1“ um 32 Euro statt zwei Einzeltickets um zusammen 43 Euro. Das Zeitfenster gilt dabei für das Obere Belvedere, das Untere kann man davor oder danach besuchen.

Geschichte: vom Sommerschloss zum Museum

Prinz-Eugen-Straße 27, 1030 Wien

Baumeister des Belvedere war Johann Lukas von Hildebrandt. Das Untere Belvedere entstand von 1712 bis 1716, das Obere Belvedere von 1717 bis 1723, der Garten war 1725/26 fertig. Nach dem Tod Prinz Eugens verkaufte seine Erbin Viktoria die Anlage 1752 an Maria Theresia.

Schon 1775 bis 1777 wurde im Oberen Belvedere die kaiserliche Gemäldegalerie eingerichtet, die 1890 ins Kunsthistorische Museum übersiedelte. Thronfolger Franz Ferdinand wohnte von 1904 bis 1914 im Oberen Belvedere. 1903 eröffnete im Unteren Belvedere die Moderne Galerie, die 1912 in Österreichische Galerie umbenannt wurde.

Ein Datum kennt in Österreich fast jeder: Am 15. Mai 1955 wurde im Marmorsaal des Oberen Belvedere der Staatsvertrag unterzeichnet.

Erbaut1712 bis 1723

ArchitektJohann Lukas von Hildebrandt

Oberes Belvedere und die Sammlung

Das Obere Belvedere in Wien im Herbst
Das Obere Belvedere · Foto: Marek Mróz, CC BY 4.0, Wikimedia Commons

Im Oberen Belvedere zeigt das Museum seine Sammlung unter dem Titel „Schau!“. Die Schau ist chronologisch aufgebaut und reicht vom Mittelalter bis in die 1970er Jahre. Als roter Faden dienen Selbstporträts, an denen man ablesen kann, wie sich das Selbstbild der Kunstschaffenden verändert hat.

Zu den bekanntesten Werken zählen die „Charakterköpfe“ von Franz Xaver Messerschmidt, Jacques-Louis Davids „Napoleon am Großen St. Bernhard“ von 1801 und Ferdinand Georg Waldmüllers „Fronleichnamsmorgen“. Daneben hängen Arbeiten von Egon Schiele, Oskar Kokoschka, Claude Monet und Vincent van Gogh.

Im barocken Carlone-Saal läuft bis 29. März 2027 die Ausstellung „Things“ von Asta Gröting. Den Marmorsaal mit dem Deckenfresko von Carlo Carlone sollte man ebenfalls nicht auslassen.

Geöffnettäglich 9 bis 18 Uhr

Eintritt23 Euro, unter 19 Jahren frei

ÖffisStraßenbahn D, Schloss Belvedere

Gustav Klimt und der „Kuss“

Mit 24 Gemälden besitzt das Belvedere die weltweit größte Sammlung von Bildern Gustav Klimts. Der Großteil hängt im Oberen Belvedere, ebenso Werke von Zeitgenossen wie Schiele und Kokoschka, mit denen Klimt die Wiener Moderne prägte.

Das berühmteste Bild trägt im Museum den Titel „Liebespaar (Kuss)“. Klimt malte es 1908 und vollendete es 1909, die Leinwand misst 180 mal 180 Zentimeter. Erstmals gezeigt wurde es 1908 auf der Kunstschau Wien, damals unter dem Titel „Liebespaar“. Das Belvedere hat das Bild noch zu Lebzeiten des Malers erworben.

Ebenfalls zur Sammlung gehört Klimts „Judith“. Weil Werke immer wieder an andere Museen verliehen werden, lohnt vor dem Besuch ein Blick in die Online-Sammlung des Belvedere.

Unteres Belvedere und Orangerie

Das Untere Belvedere am Rennweg
Das Untere Belvedere · Foto: Thomas Dahlstrøm Nielsen, CC BY 4.0, Wikimedia Commons

Das Untere Belvedere am Rennweg war der eigentliche Wohnsitz Prinz Eugens. Zu sehen sind Prunkräume wie der Groteskensaal, die Marmorgalerie und das Goldkabinett. In der Orangerie zeigt das Museum Sonderausstellungen, im ehemaligen Prunkstall Kunst des Mittelalters und der Renaissance.

Bis 31. Jänner 2027 läuft die Ausstellung „Alles ist Bewegung“ über die Malerin Erika Giovanna Klien, bis 10. Jänner 2027 „Jenseits der Stille“ mit Werken von Erna Rosenstein.

Westlich des Schlosses liegt der Kammergarten, früher Prinz Eugens privater Garten. Er ist täglich von 10 bis 18 Uhr offen, der Zugang führt über das Untere Belvedere und braucht ein gültiges Ticket.

AdresseRennweg 6, 1030 Wien

Geöffnettäglich 10 bis 18 Uhr

ÖffisStraßenbahn 71, Unteres Belvedere

Der Barockgarten

Blick über den Garten zum Unteren Belvedere in Wien
Blick über den Garten zum Unteren Belvedere · Foto: Flocci Nivis, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
Schloss Belvedere mit dem Barockgarten
Schloss und Garten · Foto: Rəcəb Yaxşı, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Den Garten zwischen den beiden Schlössern hat Dominique Girard entworfen, der Gartenarchitekt des bayerischen Kurfürsten. Er gilt als einer der bedeutendsten historischen Gärten Europas und ist in der Art eines französischen Barockgartens angelegt: drei Terrassen mit symmetrischen Blumenbeeten, Wasserbecken, Stiegen und geschnittenen Hecken. Vor dem Oberen Belvedere spiegelt sich die Fassade im großen Teich.

Der Schlossgarten ist kostenlos zugänglich. Im Oktober ist er von 6.30 bis 19 Uhr offen, von November bis Februar von 7 bis 17.30 Uhr. Hunde dürfen nicht hinein.

Am Rand liegt der Alpengarten, laut Belvedere der älteste seiner Art in Europa. Er wurde 1803 in Schönbrunn gegründet und kam 1865 hierher. Offen ist er nur zur Hauptblüte von Ende März bis Anfang August, der Eintritt kostet 4 Euro.

Eintrittfrei

GeöffnetOktober 6.30 bis 19 Uhr, November bis Februar 7 bis 17.30 Uhr

Tickets, Preise und Öffnungszeiten

TicketRegulärAb 65 und Studierende unter 26Unter 19
Oberes Belvedere23 Euro19 Eurofrei
Unteres Belvedere20 Euro16 Eurofrei
Belvedere 2112 Euro8 Eurofrei
2 in 1 (Oberes und Unteres Belvedere)32 Euro25 Eurofrei
3 in 1 (alle drei Standorte)34 Euro27 Eurofrei
Eintrittspreise im Belvedere, Stand Oktober 2026

Für das Obere und das Untere Belvedere braucht man ein Ticket mit Zeitfenster, online gekauft geht man direkt zum Eingang. Wie lange man bleibt, ist nicht begrenzt. Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren zahlen nichts, Studierende unter 26 und Menschen ab 65 bekommen Ermäßigung.

Zum Museum gehört auch das Belvedere 21 in der Arsenalstraße, ein umgebauter Pavillon von Karl Schwanzer für die Weltausstellung 1958. Laut Website ist es bis einschließlich 4. November wegen Ausstellungsaufbaus geschlossen, für den Abend des 4. November ist die Eröffnung von „Feminist Futures Forever“ angekündigt. Danach ist es Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr offen, am Donnerstag bis 21 Uhr.

Wer öfter kommt, fährt mit dem Gold Pass um 49 Euro gut: Er gilt ein Jahr für alle drei Häuser, für alle unter 26 kostet er 29 Euro. Ein Audioguide für das Obere Belvedere kostet 5 Euro.

Oberes Belvederetäglich 9 bis 18 Uhr

Unteres Belvederetäglich 10 bis 18 Uhr

Belvedere 21Di bis So 11 bis 18 Uhr, Do bis 21 Uhr

Anreise und Tipps für den Besuch

Zum Oberen Belvedere fährt die Straßenbahn D bis zur Station Schloss Belvedere direkt vor dem Haupteingang. Das Untere Belvedere erreicht man mit der Linie 71 bis Unteres Belvedere. Zum Belvedere 21 in der Arsenalstraße 1 kommt man mit den Linien D und 18, dem Bus 69A oder der S-Bahn bis Quartier Belvedere.

Für einen Rundgang bietet sich an, unten am Rennweg zu beginnen und durch den Garten zum Oberen Belvedere hinaufzugehen. So hat man die Fassade des Oberen Schlosses immer vor Augen. Die Kombikarte enthält das Zeitfenster für das Obere Belvedere, das Untere kann man davor oder danach am selben Tag besuchen.

Mit dem Rad ist das Belvedere in Wien ebenfalls gut erreichbar, in der Nähe gibt es eine Citybike-Station und Fahrradständer.

Öffis Oberes BelvedereStraßenbahn D, Schloss Belvedere

Öffis Unteres BelvedereStraßenbahn 71, Unteres Belvedere

Gut zu wissen

  • Für das Belvedere in Wien gibt es online Tickets mit Zeitfenster. Wer online kauft, geht direkt zum Eingang.
  • Der Schlossgarten ist frei zugänglich und auch ohne Museumsbesuch ein schöner Spaziergang zwischen Rennweg und Prinz-Eugen-Straße.
  • Mit Vienna City Card gibt es Ermäßigung, mit Bundesmuseen Card, Vienna Pass oder Gold Pass kommt man ohne Zeitfenster hinein.
  • Das Belvedere 21 ist bis einschließlich 4. November 2026 wegen Ausstellungsaufbaus geschlossen.

Auf der Karte

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Belvedere in Wien: häufige Fragen

Was kostet der Eintritt ins Belvedere in Wien?

Das Obere Belvedere kostet 23 Euro, das Untere 20 Euro und das Belvedere 21 12 Euro. Die Tageskarte für Oberes und Unteres Belvedere kostet 32 Euro, für alle drei Standorte 34 Euro. Unter 19 Jahren ist der Eintritt frei.

Wo hängt der „Kuss“ von Klimt?

Klimts „Liebespaar (Kuss)“ hängt im Oberen Belvedere, das mit 24 Gemälden die größte Klimt-Sammlung der Welt besitzt.

Wann hat das Belvedere in Wien geöffnet?

Das Obere Belvedere ist täglich von 9 bis 18 Uhr offen, das Untere Belvedere täglich von 10 bis 18 Uhr. Das Belvedere 21 hat Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr offen, am Donnerstag bis 21 Uhr.

Kostet der Garten beim Belvedere Eintritt?

Nein, der Schlossgarten ist kostenlos. Eintritt zahlt man nur für den Alpengarten (offen von Ende März bis Anfang August) und für den Kammergarten, der über das Untere Belvedere zugänglich ist.

Wie komme ich zum Belvedere in Wien?

Zum Oberen Belvedere fährt die Straßenbahn D bis Schloss Belvedere, zum Unteren Belvedere die Linie 71 bis Unteres Belvedere.

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Martin

Martin ist Herausgeber und Chefredakteur von WIENINSIDE und einer, der mit Wien nie fertig wird. Macht irgendwo ein neuer Hotspot auf, will er ihn sehen. Unterwegs bleibt er vor Fassaden stehen, an denen andere vorbeigehen, denn Architektur ist seine große Leidenschaft. Und am Ende des Tages zählt für ihn eines: gut essen. Bei WIENINSIDE schreibt er über Essen, Architektur, Sport, Freizeit und alles, was die Stadt gerade bewegt.

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