Ratgeber

Neu in Wien? Meldezettel, Parkpickerl, Öffi-Jahreskarte: Der Ratgeber für die ersten Wochen

Neu in Wien und die Kisten sind noch nicht ausgepackt? Meldezettel, Parkpickerl, Jahreskarte, Strom und Hundeabgabe mit allen Kosten und Fristen 2026.

Martin

Aktualisiert am 13. Okt. 2026  · 6 Min. Lesezeit
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Blick über die Dächer von Wien bei blauem Himmel

Foto: Mariam Sharia, Pexels

Wer neu in Wien ist, hat in den ersten Wochen mehr Behördenwege vor sich, als einem lieb ist. Manche sind an knappe Fristen gebunden, andere sparen bares Geld, wenn man sie gleich richtig erledigt. Die gute Nachricht: Fast alles lässt sich online oder in einem einzigen Bezirksamt abwickeln.

Wir haben die wichtigsten Schritte für alle zusammengestellt, die neu in Wien sind, vom Meldezettel über das Parkpickerl bis zur Hundeabgabe. Alle Beträge und Fristen stammen von der Stadt Wien und den Wiener Linien und gelten mit Stand Oktober 2026.

Unser Tipp

Wer eine ID Austria hat, sollte das Parkpickerl online beantragen: Bundes- und Verwaltungsabgabe sind dann zusammen um 25 Euro günstiger als am Schalter.

1. Meldezettel: Anmelden binnen 3 Tagen

Die wichtigste Frist zuerst: Spätestens 3 Tage nach dem Einzug muss man sich an der neuen Adresse anmelden. Entscheidend ist der tatsächliche Einzug, nicht der Tag der Vertragsunterschrift oder der Schlüsselübergabe. Vorher anmelden ist nicht erlaubt. Die Hausverwaltung erledigt das nicht für einen.

Angemeldet wird bei einem Meldeservice der Stadt Wien in jedem beliebigen Bezirk. Ohne Termin geht es Montag bis Freitag von 8 bis 11.30 Uhr, am Nachmittag nur mit Online-Reservierung. Mitzubringen sind der vollständig ausgefüllte Meldezettel mit der Unterschrift der Unterkunftgeberin oder des Unterkunftgebers sowie ein Reisedokument oder die Geburtsurkunde.

Die Anmeldung kostet nichts. Wer nicht zum ersten Mal in Österreich gemeldet ist, kann sich mit ID Austria auch online ummelden. Mit der neuen Anmeldung wird der alte Hauptwohnsitz automatisch abgemeldet.

Frist3 Tage nach dem Einzug

Kostenkostenlos

Wojedes Meldeservice in Wien oder online mit ID Austria

2. Öffi-Jahreskarte der Wiener Linien

Die Zeit der 365-Euro-Jahreskarte ist vorbei. Seit 2026 kostet die Jahreskarte der Wiener Linien bei Einmalzahlung 461 Euro digital und 467 Euro als Karte. Wer lieber monatlich per SEPA-Lastschrift zahlt, kommt auf 500,40 Euro digital beziehungsweise 506,40 Euro.

Für Menschen ab 65, für alle unter 26 und für Menschen mit Behinderung gibt es eine ermäßigte Jahreskarte um 294 Euro digital oder 300 Euro als Karte. Die Jahreskarte gilt 365 Tage in der Kernzone Wien: U-Bahn, Straßenbahn, Bus, S-Bahn und die Badner Bahn bis Vösendorf-Siebenhirten. Der CAT zum Flughafen ist nicht inkludiert.

Beginnen kann die Karte am Ersten jedes Monats. Eine ordentliche Kündigung ist erst nach mindestens sieben Monaten Laufzeit möglich, das sollte man bei befristeten Aufenthalten bedenken.

Kosten461 Euro digital, 467 Euro als Karte (Einmalzahlung)

Ermäßigt294 bzw. 300 Euro (ab 65, unter 26, mit Behinderung)

WoWiener Linien online, WienMobil App, Ticketstellen

3. Parkpickerl für den Wohnbezirk

Ganz Wien ist Kurzparkzone, Montag bis Freitag von 9 bis 22 Uhr. Ohne Parkpickerl darf man dort höchstens 2 Stunden stehen, eine Stunde kostet 3,40 Euro. Mit Parkpickerl parkt man im eigenen Bezirk unbegrenzt.

Voraussetzung ist ein Hauptwohnsitz in Wien, das Auto muss auf diese Adresse zugelassen sein. Ausnahmen gibt es für Leasing-, Miet- und privat genutzte Firmenautos. Die Parkometerabgabe beträgt in allen Bezirken 13 Euro pro Monat, also 156 Euro im Jahr. Beantragen kann man mindestens 4 Monate und höchstens 2 Jahre.

Dazu kommen einmalig Bundesabgabe und Verwaltungsabgabe: am Bezirksamt 21 und 50 Euro, online mit ID Austria nur 13 und 33 Euro. Einen Kleber gibt es seit Oktober 2023 nicht mehr, kontrolliert wird über das Kennzeichen. Bis der Bescheid da ist, kann rund eine Woche vergehen.

Kosten13 Euro pro Monat plus 46 Euro (online) bzw. 71 Euro (Bezirksamt) einmalig

Dauer4 Monate bis 2 Jahre

Woonline oder im Magistratischen Bezirksamt

4. Strom und Gas anmelden

Bei Strom und Gas trennt man in Österreich zwischen Netzbetreiber und Lieferant. Das Netz gehört in Wien den Wiener Netzen, daran lässt sich nichts ändern. Den Lieferanten dagegen kann man frei wählen. Die Preisunterschiede sind spürbar.

Einen unabhängigen Überblick über die Tarife bietet der Tarifkalkulator der Regulierungsbehörde E-Control. Am besten schließt man den Vertrag schon vor dem Einzug ab und gibt das Einzugsdatum als Lieferbeginn an.

Am Tag der Übergabe lohnt ein Foto vom Zählerstand, idealerweise mit der Zählernummer im Bild. Dieser Wert ist die Grundlage für die erste Abrechnung und schützt davor, den Verbrauch des Vormieters zu bezahlen. Beim Vertragsabschluss braucht man meist Adresse, Einzugsdatum, Zählernummer und Zählerstand sowie die Bankverbindung.

NetzbetreiberWiener Netze

Lieferantfrei wählbar

VergleichTarifkalkulator der E-Control

5. Mistplatz und Sperrmüll

Neu in Wien: Einfahrt zum Mistplatz Heiligenstadt in der Grinzinger Straße
Mistplatz Heiligenstadt im 19. Bezirk · Foto: Herzi Pinki, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Nach dem Umzug stapeln sich Kartons, alte Regale und ein kaputter Staubsauger. Dafür gibt es in Wien die Mistplätze der MA 48. Sie haben Montag bis Samstag von 7 bis 18 Uhr offen, einzelne Standorte samstags erst ab 8 Uhr. Die Abgabe von Sperrmüll, Altstoffen und Problemstoffen ist gratis, nur Restmüll kostet 2 Euro für bis zu 150 Liter.

Privatpersonen dürfen einmal pro Tag bis zu 1 Kubikmeter abgeben. Auf einzelnen Mistplätzen gelten eigene Annahmeregeln, etwa keine Anlieferung mit Anhänger. Was wohin gehört, verrät das Mistplatz-ABC der Stadt.

Ohne Auto hilft der Entrümpelungsdienst der MA 48. Er holt Sperrmüll innerhalb von 6 bis 14 Werktagen ab, der Kubikmeter aus Hof, Keller oder bis zum 1. Stock kostet 65 Euro. Termine gibt es Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr unter 01 4000 48898.

GeöffnetMo bis Sa 7 bis 18 Uhr, an Feiertagen geschlossen

Kostengratis (Restmüll 2 Euro bis 150 Liter), Abholung 65 Euro pro Kubikmeter

Wo13 Mistplätze in ganz Wien

6. Hundeabgabe

Wer mit Hund nach Wien zieht, muss ihn innerhalb von 14 Tagen anmelden, sobald er in der Stadt ist und mindestens 3 Monate alt. Das geht über ein Online-Formular der Stadt. Nötig ist die Mikrochip-Nummer, dazu ein Lichtbildausweis.

Die Hundeabgabe beträgt 2026 noch 72 Euro pro Jahr für den ersten Hund und 105 Euro für jeden weiteren. Ab 1. Jänner 2027 steigt sie auf 120 Euro pro Hund und Kalenderjahr. Wer die Abgabe heuer schon in einer anderen Wiener Wohnung bezahlt hat, meldet nur die Übersiedlung.

Unabhängig davon verlangt das Wiener Tierhaltegesetz eine Haftpflichtversicherung für den Hund mit einer Deckungssumme von mindestens 725.000 Euro. Wer keine hat, riskiert ein Verwaltungsstrafverfahren.

Frist14 Tage

Kosten72 Euro (1. Hund), 105 Euro (jeder weitere), ab 2027 120 Euro

WoOnline-Formular der Stadt Wien

Gut zu wissen

  • Wer neu in Wien ist, sollte zuerst den Meldezettel erledigen: Die Meldebestätigung braucht man später für Parkpickerl, Bankkonto und viele Verträge.
  • Die ID Austria spart Zeit und beim Parkpickerl auch Geld. Für die allererste Anmeldung in Österreich muss man aber persönlich ins Meldeservice.
  • In den Meldeservicestellen im 9. und 19. Bezirk kann man nur mit Bankomat- oder Kreditkarte zahlen.
  • Mit einem Parkpickerl darf man in Geschäftsstraßen des eigenen Bezirks 1,5 Stunden mit Parkuhr gratis parken.

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Neu in Wien: häufige Fragen

Was muss ich erledigen, wenn ich neu in Wien bin?

Zuerst den Wohnsitz binnen 3 Tagen beim Meldeservice anmelden. Danach folgen je nach Situation Jahreskarte, Parkpickerl, Strom- und Gasvertrag sowie die Anmeldung des Hundes binnen 14 Tagen.

Was kostet der Meldezettel in Wien?

Nichts. Die Anmeldung eines Wohnsitzes beim Meldeservice der Stadt Wien ist kostenlos.

Wie teuer ist das Parkpickerl 2026?

13 Euro pro Monat in allen Bezirken, also 156 Euro im Jahr. Dazu kommen einmalig 46 Euro bei Online-Antrag mit ID Austria oder 71 Euro am Bezirksamt.

Was kostet die Jahreskarte der Wiener Linien für alle, die neu in Wien sind?

461 Euro digital oder 467 Euro als Karte bei Einmalzahlung. Für Menschen unter 26, ab 65 und mit Behinderung gibt es sie um 294 bzw. 300 Euro.

Kann ich mich online ummelden, wenn ich neu in Wien bin?

Ja, mit ID Austria oder EU-Login, wenn es nicht die erste Anmeldung in Österreich ist. Sonst geht man mit dem Meldezettel zu einem Meldeservice.

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Martin

Martin ist Herausgeber und Chefredakteur von WIENINSIDE und einer, der mit Wien nie fertig wird. Macht irgendwo ein neuer Hotspot auf, will er ihn sehen. Unterwegs bleibt er vor Fassaden stehen, an denen andere vorbeigehen, denn Architektur ist seine große Leidenschaft. Und am Ende des Tages zählt für ihn eines: gut essen. Bei WIENINSIDE schreibt er über Essen, Architektur, Sport, Freizeit und alles, was die Stadt gerade bewegt.

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