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Schnitzel in Wien: 9 Beisln und Wirtshäuser mit Tradition

Schnitzel in Wien vom Figlmüller bis zum Renner in Nußdorf: neun Beisln und Wirtshäuser aus sieben Bezirken mit Geschichte, Adressen und Öffnungszeiten.

Martin

Aktualisiert am 6. Okt. 2026  · 7 Min. Lesezeit
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Schnitzel in Wien: das große Schweinsschnitzel im Figlmüller mit Zitronenspalte

Foto: TravelPhotosNL, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Wer ein Schnitzel in Wien bestellt, bekommt die Frage gleich mit: Kalb oder Schwein? Das echte Wiener Schnitzel ist laut Lebensmittelrecht vom Kalb, im Alltag essen viele Wienerinnen und Wiener aber die Variante vom Schwein. Dazu kommen Erdäpfelsalat oder Petersilerdäpfel, eine Zitronenspalte und je nach Haus ein Achterl oder ein Krügerl.

Wir haben neun Beisln und Wirtshäuser ausgesucht, in denen das Schnitzel in Wien seit Jahrzehnten auf der Karte steht. Die Liste reicht vom Stammhaus in der Wollzeile über ein Gewölbe am Heumarkt bis zum Gastgarten am Nußdorfer Platz. Dabei sind große Namen ebenso wie Lokale, die vor allem die Nachbarschaft kennt.

Unser Tipp

In kleinen Beisln wie dem Ubl oder dem Pöschl sind die Tische schnell vergeben. Ein kurzer Anruf am Vortag erspart die Suche nach einem Platz.

1. Figlmüller Wollzeile

Wollzeile 5, 1010 Wien

Schnitzel in Wien: das große Schweinsschnitzel im Figlmüller mit Zitronenspalte
Das Schnitzel im Figlmüller ragt über den Tellerrand · Foto: TravelPhotosNL, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Johann Figlmüller eröffnete 1905 ein kleines Weinhaus in der Wollzeile, nur wenige Schritte vom Stephansdom entfernt. In den 1920er Jahren übernahm er das Lokal im Durchgang zwischen Wollzeile und Lugeck, das bis heute als Stammhaus gilt. Geführt wird der Betrieb inzwischen in vierter Generation.

Das Figlmüller-Schnitzel ist vom Schwein, genauer aus der Karreerose. Es wird so dünn geklopft, dass es rund 30 Zentimeter misst und über den Tellerrand ragt, bei etwa 250 Gramm Gewicht. Gebacken wird in drei Pfannen mit Pflanzenöl, die Panier kommt aus Kaisersemmelbröseln. Dazu passt der klassische Erdäpfel-Vogerlsalat. Getrunken wird Wein aus dem eigenen Anbau. Wer ein veganes Schnitzel sucht, findet es im zweiten Haus in der Bäckerstraße.

Seit1905

Geöffnettäglich 11 bis 22.30 Uhr, Küche bis 21.30 Uhr

ÖffisU1, U3 Stephansplatz

2. Gasthaus Pöschl

Weihburggasse 17, 1010 Wien

Das Gasthaus Pöschl liegt in der Weihburggasse, gleich ums Eck vom Franziskanerplatz und rund fünf Gehminuten vom Stephansplatz. Der Falter nennt es ein Mini-Wirtshaus mit besonderem Flair. Die Einrichtung stammt vom Wiener Architekten Hermann Czech, weiß gedeckte Tische prägen den kleinen Gastraum.

Auf der Karte stehen Wiener Küche und saisonale Gerichte, das Wiener Schnitzel vom Kalb gehört zu den Klassikern des Hauses. Daneben sind Tafelspitz und Backhendlsalat beliebt. Unter der Woche gibt es mittags wechselnde Tagesgerichte, kleinere Portionen sind ebenfalls zu haben. Weil der Gastraum klein ist, empfiehlt sich eine telefonische Reservierung. Am Sonntag bleibt das Pöschl zu.

GeöffnetMo bis Sa 12 bis 23 Uhr, Küche bis 22 Uhr

ÖffisU1, U3 Stephansplatz

Reservierungtelefonisch empfohlen

3. Gasthaus Möslinger

Stuwerstraße 14, 1020 Wien

Das Gasthaus Möslinger im Stuwerviertel gibt es seit 1989, damals übernahm Familie Taudes das Haus. Seit 1. Jänner 2018 führen Roman und Richard Taudes den Betrieb in zweiter Generation. Gekocht wird österreichisch und betont regional, mit vielen Zutaten aus dem Waldviertel. Das Möslinger war der erste AMA GenussWirt in Wien.

Das Wiener Schnitzel gibt es vom Kalb oder vom Schwein, auf Wunsch auch glutenfrei. Gezapft wird an einer historischen Schankanlage von 1952, der „Rosa Kühlung“. Über das Jahr wechseln Themenwochen: Von 1. bis 18. Oktober stehen Innereien auf der Karte, ab 22. Oktober die Waldviertler Weidegans. Rund 130 Plätze gibt es drinnen, im Sommer kommen zwei Schanigärten dazu.

Seit1989

GeöffnetMi bis Sa 12 bis 23 Uhr, So und Feiertag 12 bis 21.30 Uhr

ÖffisU1, U2 Praterstern

4. Gmoakeller

Am Heumarkt 25, 1030 Wien

Gastraum mit Gewölbedecke und gedeckten Tischen im Gmoakeller
Die Gaststube unter dem Gewölbe · Foto: Johann Werfring, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons
Fassade des Gmoakeller am Heumarkt mit Gastgarten
Der Gmoakeller am Heumarkt · Foto: Gugerell, CC0, Wikimedia Commons

Seit 1858 ist im Haus am Heumarkt 25 ein Wirtshaus untergebracht, errichtet hat es Stadtbaumeister Anton Oelzelt. Lange hieß das Lokal „Zum Kronprinzen“. Um 1940 übernahm Andreas Herzog aus Sopron das Haus und handelte nebenbei mit Golser Wein, daher der Name Gmoakeller. Nach dem Krieg kamen viele Politiker, weil im nahen Konzerthaus Parteitage stattfanden.

Heute sitzt man in Räumen mit Gewölbedecke, Holzvertäfelung und Fischgrätparkett. Auf der Standardkarte steht das Wiener Schnitzel in zwei Varianten: vom Schwein um 20,40 Euro und vom Kalb um 28,60 Euro, jeweils mit Erdäpfelsalat. Unter der Woche gibt es ein Mittagsmenü um 14,80 Euro, im Sommer einen Gastgarten an der Straße.

Seit1858

GeöffnetMo bis Sa 11 bis 24 Uhr, So und Feiertag geschlossen

ÖffisU4 Stadtpark

5. Gasthaus Ubl

Preßgasse 26, 1040 Wien

Das Gasthaus Ubl in der Preßgasse auf der Wieden wird seit mehr als fünf Jahrzehnten als Familienbetrieb geführt. Die Gaststuben sind mit Holz vertäfelt, in einer steht ein grüner Kachelofen. Hinten liegt ein Garten mit rund 40 Plätzen.

Das Schnitzel kommt hier aus der Pfanne. Daneben kennen Stammgäste das Ubl für Schweinsbraten mit Sauerkraut, Tafelspitz, Zwiebelrostbraten und Schinkenfleckerl, dazu kommen saisonal Schwammerl und Spargel. Mittags und abends sperrt das Beisl jeweils nur für ein paar Stunden auf, Montag und Dienstag ist Ruhetag. Bezahlt wird ausschließlich bar. Da die Stube oft voll ist, reserviert man am besten telefonisch.

GeöffnetMi bis So und Feiertag 12 bis 14 Uhr und 18 bis 24 Uhr

Zahlungnur bar

ÖffisU4 Kettenbrückengasse

6. Schnitzelwirt

Neubaugasse 52, 1070 Wien

Der Schnitzelwirt in der Neubaugasse ist seit über 50 Jahren ein Fixpunkt am Neubau. Gegründet haben ihn Günther Schmidt und seine Frau Helene, heute führen die beiden Töchter das Lokal. Auf der Website steht der Anspruch gleich ganz oben: die größten und besten Wiener.

Das Konzept hat sich kaum verändert. Neben dem klassischen Schnitzel gibt es ein gutes Dutzend Varianten, etwa das Wachauer oder das Hamburger Schnitzel, dazu ein Schnitzel namens Hausgeheimnis und verschiedene gefüllte Cordon bleus. Die Portionen sind so groß, dass viele den Rest einpacken lassen. Bei Fußballübertragungen läuft der Fernseher, im Sommer gibt es Plätze im Freien. Sonntag, Montag und an Feiertagen ist geschlossen.

GeöffnetDi bis Sa 10.45 bis 21.30 Uhr

Zahlungbar

ÖffisBus 13A, Straßenbahn 49

7. Meixners Gastwirtschaft

Buchengasse 64, 1100 Wien

Meixners Gastwirtschaft liegt in der Buchengasse, abseits der bekannten Ausgehviertel. Karl und Berta Meixner haben das Gasthaus ab den 1980er Jahren zu einer der bekanntesten Adressen für Wiener Küche gemacht. Inzwischen hat ein jüngeres Team den früher familiengeführten Betrieb übernommen und interpretiert die Klassiker neu.

Das Wiener Schnitzel vom Kalb ist goldbraun gebacken und reicht über den Tellerrand. Außerdem nennt wien.info Grammelknödel, Innereien und Kalbsleber in Apfel-Zwiebel-Sauce als Spezialitäten des Hauses. Das Lokal ist mit einer Haube ausgezeichnet. Wer mit den Öffis kommt, steigt am Reumannplatz aus und geht ein paar Minuten zu Fuß in Richtung Buchengasse.

GeöffnetMo bis Sa 11.30 bis 22 Uhr

ÖffisU1 Reumannplatz

8. Pichlmaiers zum Herkner

Dornbacher Straße 123, 1170 Wien

Der Herkner in Dornbach hat eine lange Geschichte. 1984 übernahm der Koch Heinz Herkner das Gasthaus und machte es mit Innereien, Nudeln und Aufläufen bekannt. Nach seinem Tod 1997 wechselten die Betreiber mehrmals, 2013 sperrte das Haus zu. Seit 2016 führen es die Pichlmaiers, Werner Pichlmaier war davor lange Küchenchef im Sacher.

Die Küche nennt sich selbst Hernalser Seelenessen: Wiener Klassiker wie Schnitzel und Beuschel, dazu Gerichte mit regionalen Zutaten und vegetarische Teller. Der Gastgarten erstreckt sich über zwei Ebenen. Unter der Woche öffnet der Herkner erst am Abend, am Wochenende schon zu Mittag. Von 22. Oktober bis 30. November gibt es ein eigenes Ganslmenü.

GeöffnetMo, Do und Fr 18 bis 24 Uhr, Sa und So 12 bis 24 Uhr

RuhetagDi und Mi

ÖffisStraßenbahn 43 Neuwaldegg

9. Zum Renner

Nußdorfer Platz 4, 1190 Wien

Den Gasthof Zum Renner am Nußdorfer Platz haben Ende des 19. Jahrhunderts die Ur-Urgroßeltern der heutigen Familie gegründet, im Namen steht das Jahr 1899. Gekocht wird bis heute Wiener Küche, nach eigenen Angaben oft nach den Rezepten der Großmutter.

Auf der Karte stehen Wiener Schnitzel, Tafelspitz, Zwiebelrostbraten, Gulasch, Fleischknödel und Mohnnudeln. Im Haus gibt es auch eine eigene Fleischhauerei. Bekannt ist der Renner für seinen Gastgarten im Hof, laut Falter haben dort bis zu 230 Gäste Platz. In den Gaststuben sitzen rund 60 Personen. Größere Gruppen ab 20 Personen reservieren per E-Mail. Der Renner liegt in der Nähe der Endstation der Linie D.

Seit1899

GeöffnetDi bis Sa 11.30 bis 23 Uhr, So 11.30 bis 22 Uhr, Mo geschlossen

ÖffisStraßenbahn D Nußdorf

Gut zu wissen

  • Ein echtes Wiener Schnitzel ist vom Kalb. Wer ein Schnitzel in Wien vom Schwein will, bestellt ein Schnitzel „Wiener Art“ oder fragt einfach nach. Viele Häuser bieten beides an, etwa der Gmoakeller, das Möslinger und der Figlmüller mit seiner Schweinevariante.
  • Nur bar zahlt man im Gasthaus Ubl und im Schnitzelwirt. Eine Bankomatkarte allein reicht dort nicht.
  • Montags haben das Ubl, das Möslinger und der Renner zu. Am Sonntag sind Pöschl, Gmoakeller, Meixner und Schnitzelwirt geschlossen.
  • Im Herbst lohnt der Blick auf die Saisonkarte: Ab Ende Oktober gibt es in mehreren dieser Wirtshäuser Gansl.

Alle Adressen auf der Karte

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Schnitzel in Wien: häufige Fragen

Wo isst man das bekannteste Schnitzel in Wien?

Am bekanntesten ist der Figlmüller in der Wollzeile. Sein Schnitzel vom Schwein misst rund 30 Zentimeter und ragt über den Tellerrand.

Was kostet ein Schnitzel in Wien im Wirtshaus?

Im Gmoakeller kostet das Wiener Schnitzel vom Schwein 20,40 Euro und vom Kalb 28,60 Euro, jeweils mit Erdäpfelsalat (Stand Oktober 2026). Kalbsschnitzel sind fast überall deutlich teurer als die Variante vom Schwein.

Gibt es glutenfreies Schnitzel in Wien?

Ja, das Gasthaus Möslinger im 2. Bezirk bietet sein Wiener Schnitzel auf Wunsch glutenfrei an.

Welche Beilage gehört zum Wiener Schnitzel?

Klassisch sind Erdäpfelsalat, Petersilerdäpfel oder ein gemischter Salat mit Erdäpfeln und Vogerlsalat. Eine Zitronenspalte liegt fast immer dabei.

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Martin

Martin ist Herausgeber und Chefredakteur von WIENINSIDE und einer, der mit Wien nie fertig wird. Macht irgendwo ein neuer Hotspot auf, will er ihn sehen. Unterwegs bleibt er vor Fassaden stehen, an denen andere vorbeigehen, denn Architektur ist seine große Leidenschaft. Und am Ende des Tages zählt für ihn eines: gut essen. Bei WIENINSIDE schreibt er über Essen, Architektur, Sport, Freizeit und alles, was die Stadt gerade bewegt.

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